Weihnachts- und Wintergedichte
- Verschneiter Weg - Volkslied
- Vorzug des Winters - Johann Klaj
- Es kommt ein Schiff - Choral im Advent
- Maria durch ein Dornwald - Adventslied
- Schnee - Francisca Stoecklin
- Stille Winterstraße - Joachim Ringelnatz
- Der Schnee fällt leise - Walter Hasenclever
- Schneeflocken - Klabund
- Wunderweiße Nächte - Rainer Maria Rilke
- Geburt Christi - Rainer Maria Rilke
- Geburt Christi - Andreas Gryphius
- Der Winter - Georg Heym
- Im Winter - Georg Trakl
- Altes Kaminstück - Heinrich Heine
- Wenn ich in Nächten wandere - Klabund
- Warum ist die Katze Marias liebstes Tier - Klabund
- Christmas Carol - Sara Teasdale
- Neuschnee - Christian Morgenstern
- Schneenacht - Christian Morgenstern
- Blow, Blow, thou winter wind - William Shakespeare
- Winter-Time - Robert Louis Stevenson
- Fire and Ice - Robert Frost
- Weihnachtslied - Theodor Storm
- Love and Friendship - Emily Brontë
- Winternacht -Joseph von Eichendorff
- Winter solitude - Matsuo Basho
- A Winter Night - Sara Teasdale
- Das Dorf im Schnee - Klaus Johann Groth
- The Snowdrop - Alfred Lord Tennyson
- Wishes - William Butler Yeats
- Winter is good - Emily Dickinson
- Der Winter - Friedrich Hölderlin
- Hymnus an die Bäume - Otto Ernst
- Erster Schnee - Max Dauthendey
- Winter in the Country - Claude McKay
- Der Schnee - Regine Merkle
- Christ's Birthday - Emily Dickinson
- Stopping by Woods - Robert Frost
- Spellbound - Emily Brontë
- Fire and Ice - Robert Frost
- Snowy Mountains - John Gould Fletcher
- Epiphaniasis - J. W. von Goethe
- Der Stern - Wilhelm Busch
- The journey of the magi - T. S. Eliot
- The magi - Williams Butler Yeats
Einige meiner Lieblingsgedichte zur kalten Jahreszeit sind noch nicht gemeinfrei;
deshalb habe ich sie nur in dieser Liste zusammengestellt:
- Maria - Bertolt Brecht, 1898-1956
- Die gute Nacht - Bertolt Brecht, 1898-1956
- Weihnacht - Johannes R. Becher, 1891-1958
- Dezembernacht - Marie Luise Kaschnitz, 1901-1974
- New Yorker Weihnachten - Rose Ausländer, 1901-1988
- Eisblumen - Karl Krolow, 1915-1999
- Not only the Eskimos - Lisel Mueller, 1925-2020
- Nebelland - Ingeborg Bachmann, 1926-1973
- Die Luft riecht schon nach Schnee - Sarah Kirsch, 1935-2013
- Snow - Gillian Clarke, * 1937
- Schnee - Rainer Malkowski, 1939-2003
- End of Winter - Louise Glück, 1943-2023
- Early December - Louise Glück, 1943-2023
- The magi - Loiuse Glück, 1943-2023
- New Year - Carol Ann Duffy, * 1955
- Promise - Jackie Kay, * 1961
- In dieser Nacht - Dorothee Sölle, 1969-2003
- weihnachten in huntsville, texas - Jan Wagner, * 1971
- Snowdrops - Louise Glück, 1992
Verschneiter Weg
Es ist ein schne gefallen
und ist es doch nit zeit,
man wirft mich mit den pallen,
der weg ist mir verschneit.
Mein haus hat keinen gibel,
es ist mir worden alt,
zerbrochen sind die rigel,
mein stüblein ist mir kalt.
Ach lieb, laß dichs erparmen
daß ich so elend pin,
und schleuß mich in dein arme!
so vert der winter hin.
Volkslied, Münchner Handschrift, 1467
Bild: Ruhrufer in Oberhausen-Alstaden im Februar 2021.
Vorzug des Winters
Ich stehe, kaum gehe, verfroren vom Eise,
nur schleiche, nicht weiche nach Altertums weise,
ich lebe und gebe gesundeste Speise,
am Ofen ohn Frost
da schmecket der Most
zu Federwildskost.
Lasst blasen, lasst rasen der Jägerfrau Hörner,
den wacker im Acker zerstochen die Dörner
sich nähret, verzehret jetzt körnichte Körner,
man schlachtet das Schwein
und salzet es ein,
daß lange muß sein.
Der Lenzen zu Kränzen die Sommerblüh pflocke,
zum Leben der Reben der Freudenherbst locke,
du drehe, du wehe mein Winter und flocke,
da ruhet das Feld,
da schläfet die Welt
im fedrigen Zelt.
Johann Klaj, 1616-56
Das Wintergedicht von Johann Klaj ist ein typisches Werk aus der Barockzeit. Der Reim ist rein, die Form symmetrisch. Der Reim wird teilweise in einer Zeile wiederholt, was zusätzliche Symmetrie schafft. Die Lautmalerei ist bunt und üppig, es gibt viele Alliterationen und ungewöhnliche Metaphern. Man erkennt viele weitere Barockmerkmale wir das „pralles Leben“, „momento mori“, „carpe diem“ und „vanitas“. Das Metrum des Amphibrachys (kurz-lang-kurz) ist ungewöhnlich, passt aber hervorragend zu Schwung und Kraft des Gedichts. Johann Klaj hat ähnliche Gedichte zu den Themen Frühling, Sommer und Herbst geschrieben, die auch nach 400 Jahren sehr lesenswert bleiben.
Bild: Erika unterm Schnee im Garten. Dezember 2020.
Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
Einer der ältesten deutschsprachigen Advent-Choräle. Die aus dem Elsass stammende Melodie ist erstmals zu Beginn des 15. Jahrhunderts aufgezeichnet, der Text 1608 im Andernacher Gesangbuch. Eine schöne moderne Version stammt vom Jazzchor der Universität Bonn vom 22.12.2017; https://www.youtube.com/watch?v=LUdUqRHHRTw
Bild: Weihnachtliches Schaufenster: Christliche Kunst Bauer in Kevelaer.
Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.
Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.
Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.
Deutschsprachiges Adventslied, dessen Melodie wohl aus dem 16. Jahrhundert stammt.
Bild. Blick in die Amsterdamer Straße in Kevelaer im Februar 2021.
Schnee
Schnee, zärtliches Grüßen
der Engel,
schwebe, sinke -
breit alles in Schweigen
und Vergeßenheit!
Gibt es noch Böses,
wo Schnee liegt?
Verhüllt, verfernt er nicht
alles zu Nahe und Harte
mit seiner beschwichtigenden
Weichheit, und dämpft selbst
die Schritte des Lautesten
in Leise?
Schnee, zärtliches Grüßen
der Engel,
den Menschen, den Tieren! -
Weißeste Feier
der Abgeschiedenheit.
Francisca Stoecklin, 1894-1931
Bild. Schneespaziergang an der Niers bei Kevelaer. Februar 2021.
Stille Winterstraße
Es heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß.
Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,
Wie ihn kein Maler malen darf,
Wenn er's nicht etwas kann.
Ich stapfe einsam durch den Schnee.
Vielleicht steht links im Busch ein Reh
Und denkt: Dort geht ein Mann.
Joachim Ringelnatz, 1883-1934
Bild: Weg von Keylaer nach Kevelaer im Februar 2021.
Der Schnee fällt leise
Der Schnee fällt leise. Schläfst Du, süße Freundin?
Der Hund liegt still, von Deinem Schlaf besonnt.
Orion funkelt mit den sieben Zeichen,
Und Sirius steht tief am Horizont.
Wohin entführt Dich dies Gesicht, Geliebte?
Das Traumschiff gondelt über mein Gedicht.
Dein Haar, gelöst auf weiter Winterreise,
Fließt über weißes Bett. Du siehst mich nicht.
Ich hebe mich: Planet zu Deinen Häupten.
Die Kavaliere zittern um das Haus.
Und auf dem Grund der ungewohnten Stunde
Blüht nur die Lampe noch. Lösch aus. Lösch aus.
Walter Hasenclever, 1890-1940
Bild: Schneelandschaft auf der heimischen Fensterbank. Dezember 2023.
Schneeflocken
Wende ich den Kopf nach oben:
Wie die weißen Flocken fliegen,
Fühle ich mich selbst gehoben
Und im Wirbeltanze wiegen.
Dicht und dichter das Gewimmel;
Eine Flocke bin auch ich. -
Wie viel Flocken braucht der Himmel,
Eh die Erde langsam sich
Weiss umhüllt?
Klabund, 1890-1928
Bild: Gnadenkapelle in Kevelaer.
Es gibt so wunderweiße Nächte,
drin alle Dinge silbern sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
als ob er fromme Hirten brächte
zu einem neuen Jesuskind.
Weit wie mit dichtem Demantstaube
bestreut, erscheinen Flur und Flut,
und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Bild: Auf dem Kapellenplatz in Kevelar im Februar 2021.
Geburt Christi
Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur Welt.
Hast du dir ihn größer vorgestellt?
Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
die er durchstreicht, geht sein grades Los.
Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
Siehst du, diese Könige sind groß,
und sie schleppen dir vor deinen Schoß
Schätze, die sie für die größten halten,
und du staunst vielleicht bei dieser Gift -:
aber schau in deines Tuches Falten,
wie er jetzt schon alles übertrifft.
Aller Amber, den man weit verschifft,
jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
das sich trübend in die Sinne streut:
alles dieses war von rascher Kürze,
und am Ende hat man es bereut.
Aber (du wirst sehen): Er erfreut.
Rainer Maria Rilke , 1875-1926
Gerrit van Honthorst, um 1622. Wallraf-Richartz-Museum, Köln.
Über die Geburt Jesu
Nacht mehr denn lichte Nacht! Nacht lichter als der Tag,
Nacht heller als die Sonn' in der das Licht geboren,
Das Gott, der Licht, in Licht wohnhaftig, ihm erkoren:
O Nacht, die alle Nächt' und Tage trotzen mag.
O freudenreiche Nacht, in welcher Ach und Klag,
Und Finsternis und was sich auf die Welt verschworen
Und Furcht und Höllen Angst und Schrecken ward verloren!
Der Himmel bricht; doch fällt nun mehr kein Donnerschlag.
Der Zeit und Nächte schuf ist diese Nacht ankommen
Und hat das Recht der Zeit, und Fleisch an sich genommen
Und unser Fleisch und Zeit der Ewigkeit vermacht.
Der Jammer trübe Nacht die schwarze Nacht der Sünden
Des Grabes Dunkelheit, muß durch die Nacht verschwinden.
Nacht, lichter als der Tag! Nacht, mehr denn lichte Nacht!
Andreas Gryphius, 1616-1664
Der Winter
Der blaue Schnee liegt auf dem ebenen Land,
Das Winter dehnt. Und die Wegweiser zeigen
Einander mit der ausgestreckten Hand
Der Horizonte violettes Schweigen.
Hier treffen sich auf ihrem Weg ins Leere
Vier Straßen an. Die niedren Bäume stehen
Wie Bettler kahl. Das Rot der Vogelbeere
Glänzt wie ihr Auge trübe. Die Chausseen
Verweilen kurz und sprechen aus den Ästen.
Dann ziehn sie weiter in die Einsamkeit
Gen Nord und Süden und nach Ost und Westen,
Wo bleicht der niedere Tag der Winterzeit.
Ein hoher Korb mit rissigem Geflecht
Blieb von der Ernte noch im Ackerfeld.
Weißbärtig, ein Soldat, der nach Gefecht
Und heißem Tag der Toten Wache hält.
Der Schnee wird bleicher, und der Tag vergeht.
Der Sonne Atem dampft am Firmament,
Davon das Eis, das in den Lachen steht
Hinab die Straße rot wie Feuer brennt.
Georg Heym, 1887-1912
Bild: Winterlicher See bei Kevelaer
Im Winter
Der Acker leuchtet weiß und kalt.
Der Himmel ist einsam und ungeheuer.
Dohlen kreisen über dem Weiher,
Und Jäger steigen nieder vom Wald.
Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten,
Und langsam steigt der graue Mond.
Ein Wild verblutet sanft am Rain,
Und Raben plätschern in blutigen Gossen.
Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.
Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.
Georg Trakl, 1887-1914
Bild: Bauernhaus bei Well in den Niederlanden. Februar 2021.
Altes Kaminstück
Draußen ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, still vertraut.
Sinnend sitz ich auf dem Sessel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien.
Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zu Mut.
Dämmernd kommt heraufgestiegen
Manche längst vergeßne Zeit,
Wie mit bunten Maskenzügen
Und verblichner Herrlichkeit.
Schöne Frauen, mit kluger Miene,
Winken süßgeheimnisvoll,
Und dazwischen Harlekine
Springen, lachen, lustigtoll.
Ferne grüßen Marmorgötter,
Traumhaft neben ihnen stehn
Märchenblumen, deren Blätter
In dem Mondenlichte wehn.
Wackelnd kommt herbei geschwommen
Manches alte Zauberschloß;
Hintendrein geritten kommen
Blanke Ritter, Knappentroß.
Und das alles zieht vorüber,
Schattenhastig übereilt -
Ach! da kocht der Kessel über,
Und das nasse Kätzchen heult.
Heinrich Heine, 1797-1856
Wenn ich in Nächten wandre
Ein Stern wie viele andre,
So folgen meiner Reise
Die goldnen Brüder leise.
Der erste sagts dem zweiten,
Mich zärtlich zu geleiten,
Der zweite sagts den vielen
Mich strahlend zu umspielen.
So schreit ich im Gewimmel
Der Sterne durch den Himmel.
Ich lächle, leuchte, wandre
Ein Stern wie viele andre.
Klabund, 1890-1928
Bild: "Brunnenleuchten" in Kevelar 2022.
Warum ist die Katze Maria's liebstes Tier?
Ich bin der Tischler Josef,
Meine Frau, die heißet Marie.
Wir finden kein' Arbeit und Herberg'
Im kalten Winter allhie.
Habens der Herr Wirt vom goldnen Stern
Nicht ein Unterkunft für mein Weib?
Einen halbeten Kreuzer zahlert ich gern,
Zu betten den schwangeren Leib.
Ich hab kein Bett für Bettelleut;
Doch scherts euch nur in den Stall.
Gevatter Ochs und Base Kuh
Werden empfangen euch wohl.
Wir danken dem Herrn Wirt für seine Gnad
Und für die warme Stub.
Der Himmel lohns euch und unser Kind,
Seis Madel oder Bub.
Marie, Marie, was schreist du so sehr?
Ach Josef, es sein die Wehn.
Bald wirst du den elfenbeinernen Turm,
Das süßeste Wunder sehn.
Der Josef Hebamme und Bader war
Und hob den lieben Sohn
Aus seiner Mutter dunklem Reich
Auf seinen strohernen Thron.
Da lag er im Stroh. Die Mutter so froh
Sagt Vater Unserm den Dank.
Und Ochs und Esel und Pferd und Hund
Standen fromm dabei.
Aber die Katze sprang auf die Streu
Und wärmte zur Nacht das Kind.
Davon die Katzen noch heutigen Tags
Maria die liebsten Tiere sind.
Klabund, 1890-1928
Aus der Basilika von Kevelaer - Aquarell von Vera Niederau aus dem Kevelaerkalender 2021 mit freundlicher Genehmigung der Kirchengemeinde St. Marien Kevelaer
Christmas Carol
The kings they came from out the south,
All dressed in ermine fine;
They bore Him gold and chrysoprase,
And gifts of precious wine.
The shepherds came from out the north,
Their coats were brown and old;
They brought Him little new-born lambs
They had not any gold.
The wise men came from out the east,
And they were wrapped in white;
The star that led them all the way
Did glorify the night.
The angels came from heaven high,
And they were clad with wings;
And lo, they brought a joyful song
The host of heaven sings.
The kings they knocked upon the door,
The wise men entered in,
The shepherds followed after them
To hear the song begin.
The angels sang through all the night
Until the rising sun,
But little Jesus fell asleep
Before the song was done.
Sara Teasdale, 1884-1933
Bild: Häusliche Krippe 2018.
Bild: Winterweg in den Maasduinen im Februar 2021.
Neuschnee
Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen
mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,
einen ersten schmalen Pfad zu schrägen
durch des Schneefelds jungfräuliche Flur –
kindisch ist und köstlich solch Beginnen,
wenn der Wald dir um die Stirne rauscht
oder mit bestrahlten Gletscherzinnen
deine Seele leuchtende Grüße tauscht.
Christian Morgenstern, 1871-1914
Winternacht
Flockendichte Winternacht...
Heimkehr von der Schenke...
Stilles Einsamwandern macht,
daß ich deiner denke.
Schau dich fern im dunklen Raum
ruhn in bleichen Linnen...
Leb ich wohl in deinem Traum
ganz geheim tiefinnen?...
Stilles Einsamwandern macht,
daß ich nach dir leide...
Eine weiße Flockennacht
flüstert um uns beide...
Christian Morgenstern, 1871 - 1914
Bild: Goldschmiede Cürvers auf der Amsterdamerstraße in Kevelaer
Blow, blow, thou winter wind,
Thou art not so unkind
As man’s ingratitude;
Thy tooth is not so keen,
Because thou art not seen,
Although thy breath be rude.
Heigh-ho! sing, heigh-ho! unto the green holly:
Most friendship is feigning, most loving mere folly:
Then, heigh-ho, the holly!
This life is most jolly.
Freeze, freeze, thou bitter sky,
That dost not bite so nigh
As benefits forgot:
Though thou the waters warp,
Thy sting is not so sharp
As friend remembered not.
Heigh-ho! sing, heigh-ho! unto the green holly...
William Shakespeare, 1564-1616.
As You Like It, Act II
Bild: Auf dem Weg von Weeze nach Kevelaer im Februar 2021.
Winter-Time
Late lies the wintry sun a-bed,
A frosty, fiery sleepy-head;
Blinks but an hour or two; and then,
A blood-red orange, sets again.
Before the stars have left the skies,
At morning in the dark I rise;
And shivering in my nakedness,
By the cold candle, bathe and dress.
Close by the jolly fire I sit
To warm my frozen bones a bit;
Or with a reindeer-sled, explore
The colder countries round the door.
When to go out, my nurse doth wrap
Me in my comforter and cap;
The cold wind burns my face, and blows
Its frosty pepper up my nose.
Black are my steps on silver sod;
Thick blows my frosty breath abroad;
And tree and house, and hill and lake,
Are frosted like a wedding cake.
Robert Louis Stevenson, 1850-1894
Bild: Die Fleuth in der Binnenheide bei Kevelaer.
Fire and Ice
Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great
And would suffice.
Robert Frost. 1874-1963
Bild: Wassergraben bei Schloss Wissen bei Weeze. Februar 2021.
Snowy Mountains
Higher and still more high,
Palaces made for cloud,
Above the dingy city-roofs
Blue-white like angels with broad wings,
Pillars of the sky at rest
The mountains from the great plateau
Uprise.
But the world heeds them not;
They have been here now for too long a time.
The world makes war on them,
Tunnels their granite cliffs,
Splits down their shining sides,
Plasters their cliffs with soap-advertisements,
Destroys the lonely fragments of their peace.
Vaster and still more vast,
Peak after peak, pile after pile,
Wilderness still untamed,
To which the future is as was the past,
Barrier spread by Gods,
Sunning their shining foreheads,
Barrier broken down by those who do not need
The joy of time-resisting storm-worn stone,
The mountains swing along
The south horizon of the sky;
Welcoming with wide floors of blue-green ice
The mists that dance and drive before the sun.
John Gould Fletcher, 1986-1950
Bild: Tarasp im Unterendadin. Februar 2004.
Weihnachtslied
Von Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl's ein Wunder ist geschehn.
Theodor Storm, 1817-1888
Bild: Gehöft am Niederrhein. Februar 2021.
Love and Friendship
Love is like the wild rose-briar,
Friendship like the holly-tree --
The holly is dark when the rose-briar blooms
But which will bloom most contantly?
The wild-rose briar is sweet in the spring,
Its summer blossoms scent the air;
Yet wait till winter comes again
And who wil call the wild-briar fair?
Then scorn the silly rose-wreath now
And deck thee with the holly's sheen,
That when December blights thy brow
He may still leave thy garland green.
Emily Brontë, 1818-1848
Bild: Holly tree (Stechpalme) im winterlichen Garten 2024.
Winternacht
Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab' nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat lägst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seinen Wipfel sacht
und redet wie im Traume.
Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.
Joseph Freiherr von Eichendorff, 1788-1857
Bild: Dohle auf dem Dach. Kevelaer. Dezember 2018.
winter solitude—
a world of one color
the sound of wind
Matsuo Basho, 1644-1694
Bild: "Birds on the wire" in der Binnenheide. Kevelaer im Januar 2022.
A Winter Night
My window-pane is starred with frost,
The world is bitter cold to-night,
The moon is cruel, and the wind
Is like a two-edged sword to smite.
God pity all the homeless ones,
The beggars pacing to and fro.
God pity all the poor to-night
Who walk the lamp-lit streets of snow.
My room is like a bit of June,
Warm and close-curtained fold on fold,
But somewhere, like a homeless child,
My heart is crying in the cold.
Sara Teasdale, 1884-1933
Bild: Winter in der Binnenheide, Kevelaer 2011.
Wishes for the Cloths of Heaven
Had I the heavens' embroidered cloths,
Enwrought with golden and silver light,
The blue and the dim and the dark cloths
Of night and light and the half light,
I would spread the cloths under your feet:
But I, being poor, have only my dreams;
I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
William Butler Yeats, 1865-1939
Winterlandschaft bei Tarasp im Unterengadin, Schweiz. Februar 2004.
Das Dorf im Schnee
Still, wie unterm warmen Dach,
Liegt das Dorf im weißen Schnee;
In den Erlen schläft der Bach,
Unterm Eis der blanke Schnee.
Weiden steh'n im weißen Haar,
Spiegeln sich in starrer Flut;
Alles ruhig, kalt und klar
Wie der Tod der ewig ruht.
Weit, so weit das Auge sieht,
keinen Ton vernimmt das Ohr,
Blau zum blauen Himmel zieht
Sacht der Rauch vom Schnee empor.
Möchte schlafen wie der Baum,
Ohne Lust und ohne Schmerz;
Doch der Rauch zieht wie im Traum
Still nach Haus mein Herz.
Klaus Johann Groth, 1819-1899
Bild: Gehöft bei Well in den Niederlanden, Februar 2021.
The Snowdrop
Many, many welcomes,
February fair-maid,
Ever as of old time,
Solitary firstling,
Coming in the cold time,
Prophet of the gay time,
Prophet of the May time,
Prophet of the roses,
Many, many welcomes,
February fair-maid!
Alfred Lord Tennyson, 1809-1892
Ein wunderbares Gedicht mit dem Titel "Snowdrops" stammt von Louise Glück; aus dem Gedichtband "The Wild Iris". Wegen des Copyright ist es hier nicht zu lesen, man findet es aber im Internet.
Ein schöner Prosa-Text mit dem Titel "Schneeglöckchen" stammt vom Schweizer Dichter Robert Walser (Insel Taaschenbuch 3326). Dieser Text wird 2027 gemeinfrei.
Bild: Schneeglöckchen bei Schloss Wissen, Januar 2023.
Winter is good -- his Hoar Delights
Italic flavor yield
To Intellects inebriate
With Summer, or the World --
Generic as a Quarry
And hearty -- as a Rose --
Invited with Asperity
But welcome when he goes.
Emily Dickinson, 1830-1886
Bild: Winterspaziergang bei Veelen. Februar 2005.
Der Winter
Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet
Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen,
Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen
Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet.
Der Erde Stund ist sichtbar von dem Himmel
Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben,
Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel,
Und geistiger das weit gedehnte Leben.
Friedrich Hölderlin, 1770-1843
Bild: Frost am Ruhrufer in Alstaden. Oberhausen im Januar 2022.
Hymnus an die Bäume
O meine Bäume!
Seit meiner Kindheit ahnenden Tagen
Sprech’ ich zu euch, ihr edlen Vertrauten,
Sprech’ ich in stummer, geheimer Sprache,
Und ihr versteht mich
Und atmet mir Antwort.
Wenn von euren dunklen Wänden
Meine Seele widerhallt –
Die wehende Andacht
Verschwiegener Hallen,
Wie heiliges Grauen
Verlassener Tempel
Faßt es mich an.
In reiner Frühe such ich euch
Erquickten Auges,
Und sieh: in euren Zweigwinkeln lauschen
Tage der Kindheit,
Auf euren Wipfeln wiegen sich
Tage der Wand’rung.
Aber am sinkenden Abend,
Wenn silberne Elfenluft durch eure Zweige blickt
Und Birkenschleier im Mondlicht hangen,
Wenn der leuchtende Himmelswandrer
Mondhingewandte Seelen bindet
Mit saugendem Licht,
Dann hangen an euren Stämmen
Schatten der Schwermut,
Und im Gewirr eurer Zweige
Leuchten und dunkeln Geheimnisse
Wie in der Brust erhabener,
Gottversunkener Seelen.
Wie oft, wenn drängende Mittagsglut,
Mit tausend Pfeilen das Haupt umschwirrend,
Zur Qual mir ward,
Fand ich zu euren Füßen
Hundertjährigen Schatten,
Der die Sinne schmeichelnd befängt
Wie hundertjähriger Wein.
Dann, ihr grünen Himmelsleitern,
Lag ich, ein Sohn der Verheißung,
Träumend an eurem Fuß,
Und an euren Ästen stiegen
Auf und nieder
Himmlische Hoffnungen.
Euch, ihr Bäume,
Acht ich des Schöpfers
Göttlichste Kinder.
Ihr wart vor uns Lebenden,
Und eure Kronen bewahren
Vergangenes in rätselvoller Sprache –
Ihr werdet nach uns sein,
Und euer Inn’res
Hegt Keime der Zukunft
In ernstem Schweigen.
Und unbekümmert
Um Vergangenes und Künftiges
Spendet ihr, Wissende,
Frucht und Schatten,
Duft und Schönheit.
In schweigender Hoheit
Wachst ihr empor
Über der Menge Geschrei und Gewühl,
Und überhebt euch nicht,
Neigt euch milde
Zu den Menschen
Und blickt fromm
Zu nächtlichen Sternen.
Menschen, die ihr mich liebt,
Pflanzt Bäume mir auf das Grab,
Daß ihre Wurzeln meinen Leib umfangen
Wie sorgende Arme,
Und ihre Häupter, sich neigend, mir singen
Von Lenzen, die ich ersehnt
Und nicht mehr gesehn.
Otto Ernst, 1907
Bild: Landschaft in der Eifel. Winter 2009.
Erster Schnee
Fern, irgendwo im Himmelblau,
Ein sonderzartes Land.
Die Heiden weiß,
Besprossen lilaklare Primelbtüten.
Blüten groß, offen erschlossen,
Augen, weite Augen, die an Tränen saugen,
Sanfte Augen, die ein Paradies behüten.
Mit weißen Fingern
Ein stilles Kind
Spielt mit den Primeln,
Lacht mit dem Wind.
Zaudernd auf schleichenden Zehen,
Über die Blüten,
Weiße Rudel
Von weißen Rehen.
Alles so licht und so eigen.
Einsam entblättert das Schweigen,
Zwei Zeilen fehlen!!!
Max Dauthendey, 1867-1918
Bild: Hase im Schnee. Binnenheide, Kevelaer. Februar 2021.
Winter in the Country
Sweet life! how lovely to be here
And feel the soft sea-laden breeze
Strike my flushed face, the spruce's fair
Free limbs to see, the lesser trees'
Bare hands to touch, the sparrow's cheep
To heed, and watch his nimble flight
Above the short brown grass asleep.
Love glorious in his friendly might,
Music that every heart could bless,
And thoughts of life serene, divine,
Beyond my power to express,
Crowd round this lifted heart of mine!
But oh! to leave this paradise
For the city's dirty basement room,
Where, beauty hidden from the eyes,
A table, bed, bureau, and broom
In corner set, two crippled chairs
All covered up with dust and grim
With hideousness and scars of years,
And gaslight burning weird and dim,
Will welcome me . . . And yet, and yet
This very wind, the winter birds
The glory of the soft sunset,
Come there to me in words.
Claude McKay, 1898-1948
Bild: Im Wald bei Veelen. Februar 2005.
Der Schnee
An meinem Fenster ich sinnend steh
und schaue zu dem wirbelnden Schnee.
Wie fällt er herab so sachte, so leis!
Wie glänzt er kristallen, so blendend weiß!
Doch bald verändert sich dieses Bild,
die Gasse sich mit Menschen füllt.
Die schreiten darüber mit leichtem Sinn,
und ach, die Reinheit, sie ist dahin.
So geht auch aus dem Vaterhaus
manch junges Menschenkind hinaus;
war es auch wie der Schnee so rein,
die Welt zieht’s in den Schmutz hinein.
Regine Merkle, 1875-1903
Bild: Tarasp, Unterengandin, Schweiz. März 2008.
Bild: Weihnachtskugel in der Kirche
Christ's Birthday
The Savior must have been
A docile Gentleman—
To come so far so cold a Day
For little Fellowmen—
The Road to Bethlehem
Since He and I were Boys
Was leveled, but for that ‘twould be
A rugged Billion Miles—
Emily Dickinson, 1830-1886, #1487
Bild: Abendweg zur Winterzeit am Niederrhein bei Kevelaer
Stopping by Woods on a Snowy Evening
Whose woods these are I think I know.
His house is in the village though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.
My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.
He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound’s the sweep
Of easy wind and downy flake.
The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.
Robert Frost, 1874-1963
Spellbound
The night is darkening round me,
The wild winds coldly blow;
But a tyrant spell has bound me
And I cannot, cannot go.
The giant trees are bending
Their bare boughs weighed with snow.
And the storm is fast descending,
And yet I cannot go.
Clouds beyond clouds above me,
Wastes beyond wastes below;
But nothing drear can move me;
I will not, cannot go.
Emily Brontë, 1818-1848
Bild: Ruhrufer in Alstaden im Winternebel.
Fire and Ice
Some say the world will end in fire;
Some say in ice.
From what I've tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To know that for destruction ice
Is also great
And would suffice.
Robert Frost, 1874-1963
Bild vom Ufer der Maas bei Arcen, Februar 2021.
Epiphanias
Die heiligen drei König‘ mit ihrem Stern,
sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern;
sie essen gern, sie trinken gern,
sie essen, trinken und bezahlen nicht gern.
Die heilgen drei König‘ sind gekommen allhier,
es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;
und wenn zu dreien der vierte wär,
so wär ein heilger drei König mehr.
Wir bringen Myrrhen, wir bringen Gold,
dem Weihrauch sind die Damen hold;
und haben wir Wein von gutem Gewächs,
so trinken wir drei so gut als ihrer sechs.
Da wir nun hier schöne Herrn und Fraun,
aber keine Ochsen und Esel schaun;
so sind wir nicht am rechten Ort
und ziehen unseres Weges weiter fort.
J. W. von Goethe, 1772-1832
Bild: An der Maas im Februar 2021.
Der Stern
Hätt‘ einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie
dem Sternlein nachgereist, wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.
Wilhelm Busch, 1832-1908
Bild: Gnadenkapelle in Kevelaer, 2021.
The Magi
By Now as at all times I can see in the mind's eye,
In their stiff, painted clothes, the pale unsatisfied ones
Appear and disappear in the blue depths of the sky
With all their ancient faces like rain-beaten stones,
And all their helms of silver hovering side by side,
And all their eyes still fixed, hoping to find once more,
Being by Calvary's turbulence unsatisfied,
The uncontrollable mystery on the bestial floor.
William Butler Yeats, 1914
The Journey of the Magi
'A cold coming we had of it,
Just the worst time of the year
For a journey, and such a long journey:
The ways deep and the weather sharp,
The very dead of winter.”
And the camels galled, sore-footed, refractory,
Lying down in the melting snow.
There were times we regretted
The summer palaces on slopes, the terraces,
And the silken girls bringing sherbet.
Then the camel men cursing and grumbling
And running away, and wanting their liquor and women,
And the night-fires going out, and the lack of shelters,
And the cities hostile and the towns unfriendly
And the villages dirty and charging high prices:
A hard time we had of it.
At the end we preferred to travel all night,
Sleeping in snatches,
With the voices singing in our ears, saying
That this was all folly.
Then at dawn we came down to a temperate valley,
Wet, below the snow line, smelling of vegetation;
With a running stream and a water-mill beating the darkness,
And three trees on the low sky,
And an old white horse galloped away in the meadow.
Then we came to a tavern with vine-leaves over the lintel,
Six hands at an open door dicing for pieces of silver,
And feet kicking the empty wine-skins.
But there was no information, and so we continued
And arriving at evening, not a moment too soon
Finding the place; it was (you may say) satisfactory.
All this was a long time ago, I remember,
And I would do it again, but set down
This set down
This: were we led all that way for
Birth or Death? There was a birth, certainly,
We had evidence and no doubt. I had seen birth and death,
But had thought they were different; this Birth was
Hard and bitter agony for us, like Death, our death.
We returned to our places, these Kingdoms,
But no longer at ease here, in the old dispensation,
With an alien people clutching their gods.
I should be glad of another death.
T. S. Eliot, 1927
Thematisch und literaturhistorisch Folgen sollte hier das Gedicht "The magi" von Louise Glück; dieses ist aber noch nicht in der "public domain".
Jacopo Bassano, um 1580. Adoration of the Magi.