Ostern

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Ostern

  • Osterspaziergang - J. W. von Goethe
  • Das Grab ist leer - J. F. S. von Kohlbrenner
  • Ostern - Julius Sturm
  • Der erste Ostertag - Heinrich Hoffmann
  • Good Friday - Christina Rossetti
  • An Easter Carol - Christina Rossetti 
  • Immortality - Clare Harner
  • Narziss - Rainer Maria Rilke
  • The Easter Flower - Claude McKay
  • Schafe - J. W. von Goethe
  • Der Osterhase - Volksgut
  • Ostern - Eduard Mörike
  • Ostergedicht - Christian Morgenstern
  • Hasendämmerung - Hermann Löns
  • Ostern - Joachim Ringelnatz 
  • Oh Welt in einem Ei - Joachim Ringelnatz
  • Ostermärchen - Joachim Ringelnatz
  • Bitte an den Osterhasen - Volksgut 
  • Osterplätzchen - Phantasie
  • Das Osterei - Hoffmann von Fallersleben
  • Möhrenkuchen - Familien-Rezept zum Ostersonntag 


Bild:  Hase am Niederrhein bei Weeze 2020.

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 Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche. 
 Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, 
 Im Tale grünet Hoffnungsglück; 
 Der alte Winter, in seiner Schwäche, 
 Zog sich in rauhe Berge zurück. 
 Von dort her sendet er, fliehend, nur 
 Ohnmächtige Schauer körnigen Eises 
 In Streifen über die grünende Flur. 
 Aber die Sonne duldet kein Weisses, 
 Überall regt sich Bildung und Streben, 
 Alles will sie mit Farben beleben; 
 Selbst von des Berges fernen Pfaden 
 Blinken uns farbige Kleider an. 
 Ich höre schon des Dorfs Getümmel, 
 Hier ist des Volkes wahrer Himmel, 
 Zufrieden jauchzet gross und klein: 
 Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein! 

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832
Auszug aus dem Gedicht

Bild: Osterspaziergang in Tarasp im Unterengadin, April 2005.

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Das Grab ist leer, der Held erwacht,
der Heiland ist erstanden!
Da sieht man seiner Gottheit Macht,
sie macht den Tod zuschanden.
Ihm kann kein Siegel, Grab, noch Stein,
kein Felsen widerstehn;
schließt ihn der Unglaub selber ein,⁠
er wird ihn siegreich sehn.
Halleluja!


Text: Johann Franz Seraph von Kohlbrenner,1728-1783

Musik: Norbert Hauner, 1743-1827


Bild:  Märzenbecher im heimischen Garten. Ostern 2021.

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Eine schöne Instrumentalwiedergabe 
aus der St. Bonifatius-Kirche Hohenlimburg:
https://www.youtube.com/watch?v=BsiWmUkbTOY

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Ostern

Es rauschen und klingen,
Es duften und singen
Die Wipfel im Hain,
Die Blumen am Rain,
Die Bächlein in Klüften,
Die Vöglein in Lüften:
Der Herr ist erstanden!
 
Was steht ihr und weinet
Um Gräber vereinet?
Der Sieg ist errungen,
Der Tod ist bezwungen,
Der Stein ist gehoben,
Es tönet von oben:
Der Herr ist erstanden!

Julius Sturm, 1816-1896 

Bild: Osterschmuck auf dem Marktplatz in Bad Bergzabern. April 2019.

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Der erste Ostertag

Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
Es macht ein jeder
ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:
Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen
Wie kann man da legen
Den Kindern das Ei?
O weih, o weih!

Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst Weinen und Sorgen
Wir legen sie morgen!
 
Heinrich Hoffmann, 1809-1894


Bild: Hasen-Familie. Ostern 2022.

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Good Friday

Am I a stone, and not a sheep,
That I can stand, O Christ, beneath Thy cross,
To number drop by drop Thy blood’s slow loss,
And yet not weep?


Not so those women loved
Who with exceeding grief lamented Thee;
Not so fallen Peter, weeping bitterly;
Not so the thief was moved;


Not so the Sun and Moon
Which hid their faces in a starless sky,
A horror of great darkness at broad noon –
I, only I.


Yet give not o’er,
But seek Thy sheep, true Shepherd of the flock;
Greater than Moses, turn and look once more
And smite a rock.

Christina Rossetti, 1830-1894

 
Bild: Österliche Narzissen am Niederrhein. April 2018.

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An Easter Carol

Spring bursts to-day,
 For Christ is risen and all the earth's at play.


Flash forth, thou Sun,
 The rain is over and gone, its work is done.


Winter is past,
 Sweet Spring is come at last, is come at last.


Bud, Fig and Vine,
 Bud, Olive, fat with fruit and oil and wine.


Break forth this morn
 In roses, thou but yesterday a Thorn.


Uplift thy head,
 O pure white Lily through the Winter dead.


Beside your dams
 Leap and rejoice, you merry-making Lambs.


All Herds and Flocks
 Rejoice, all Beasts of thickets and of rocks.


Sing, Creatures, sing,
 Angels and Men and Birds and everything.


All notes of Doves
 Fill all our world: this is the time of loves.


Christina Rossetti, 1830-1894

 
Bild:  Blüten des Spitzahorns am Biotop in Oberhausen Alstaden. April 2021.

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Immortality

      Do not stand
           By my grave, and weep.
      I am not there,
           I do not sleep—
I am the thousand winds that blow
I am the diamond glints in snow
I am the sunlight on ripened grain,
I am the gentle, autumn rain.
As you awake with morning’s hush,
I am the swift, up-flinging rush
Of quiet birds in circling flight,
I am the day transcending night.
      Do not stand
           By my grave, and cry—
      I am not there,
           I did not die.

Clare Harner, The Gypsy, December 1934

Dieses zum Karfreitag passende Gedicht wurde nach Wikipedia [1] und der Kansas City Times [2] erstmals 1934 mit dem Titel "Immortality" im The Gypsy publiziert; als Autorin wurde damals genannt "Clare Harner, Topeka, Kan." [1-2]. Das Gedicht ist mit kleineren Variationen auch anderen Personen zugeschrieben worden, so u.a. den indigenen Völkern der Hopi und Navajo [1] sowie  Mary Elizabeth Frye [1-4]; laut Wikipedia waren sich Tochter und Enkelin aber lange nicht sicher, ob Mary Elizabeth Frye dieses Gedicht wirklich selbst verfasst hat [1]. In einer aktuellen Anthologie [3] wird das Gedicht zum 10. April besprochen. Am 10. April 1998 wurde mit dem Karfreitagsabkommen die blutige Phase des Nordirlandkonflikts beendet. In der o.g. Gedichtanthologie wird als Autorin Mary Elizabeth Frye genannt [3]; als Entstehungsdatum wird anderswo das Jahr 1932 genannt [4]; selbst publiziert hat Mary Elizabeth Frye das Gedicht wohl nicht [4]. Sie soll es ursprünglich auf eine Einkaufstüte aus braunem Papier geschrieben und später Kopien verteilt haben [3-4]. Das Gedicht wurde berühmt, nachdem es der Vater eines in Nordirland durch eine Autobombe getöteten Soldaten 1995 in der BBC vorgelesen hatte [3-6]. 


1.      https://en.wikipedia.org/wiki/Do_Not_Stand_at_My_Grave_and_Weep#cite_note-5

2.      The Kansas City Times at Newspapers.com". 8 February 1935.

3.      Allie Esiri. A poem for every spring day. Macmillan, London, UK 2021. ISBN 978-1-5290-4523-9

4.      https://pennyspoetry.fandom.com/wiki/Mary_Elizabeth_Frye

5.      https://en.wikipedia.org/wiki/Do_Not_Stand_at_My_Grave_and_Weep

6.      The Times. London, UK. 5 November 2004. Mary E. Frye. 


Bild:  Mirabellenblüte im Frühjahr 2024.

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Narziss

Dies also. dies geht von mir aus und löst
sich in der Luft und im Gefühl der Haine,
entweicht mir leicht und wird nicht mehr das Meine
und glänzt, weil es auf keine Feindschaft stößt.
 
Dies hebt sich unaufhörlich von mir fort,
ich will nicht weg, ich warte, ich verweile;
doch alle meine Grenzen haben Eile,
stürzen hinaus und sind schon dort.
 
Und selbst im Schlaf. Nichts bindet uns genug.
Nachgiebig Mitte in mir, Kern voll Schwäche,
der nicht sein Fruchtfleisch anhält. Flucht, o Flug
von allen Stellen meiner Oberfläche.
 
Was sich dort bildet und mir sicher gleicht
und aufwärts zittert in verweinten Zeichen,
das mochte so in einer Frau vielleicht
innnen entstehn; es war nicht zu erreichen,
 
wie ich danach auch drängend in sie rang.
Jetzt liegt es offen in dem teilnahmslosen
zerstreuten Wasser, und ich darf es lang
anstaunen unter meinem Kranz von Rosen.
 
Dort ist es nicht geliebt. Dort unten drin
ist nichts, als Gleichmut überstürzter Steine,
und ich kann sehen, wie ich traurig bin.
War dies mein Bild in ihrem Augenscheine?
 
Hob es sich so in ihrem Traum herbei
in süßer Frucht? Fast fühl ich schon die ihre.
Denn, wie ich mich in meinem Blick verliere:
ich könnte denken, dass ich tödlich sei.

Rainer Maria Rilke, April 1913, Paris 


Bild:  Narzissen bei Schloss Well, Niederlande. Ostern 2021.

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 The Easter Flower 

Far from this foreign Easter damp and chilly
 My soul steals to a pear-shaped plot of ground,
 Where gleamed the lilac-tinted Easter lily
 Soft-scented in the air for yards around;
Alone, without a hint of guardian leaf!
 Just like a fragile bell of silver rime,
 It burst the tomb for freedom sweet and brief
 In the young pregnant year at Eastertime;
And many thought it was a sacred sign,
 And some called it the resurrection flower;
 And I, a pagan, worshiped at its shrine,
 Yielding my heart unto its perfumed power.

Claude McKay, 1890-1948

Bild:  Easter Lily, Iris bzw. Schwertlilie im heimischen Garten. Ostern 2021.

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Ziehn die Schafe von der Wiese,
Liegt sie da, ein reines Grün,
Aber bald zum Paradiese
Wird sie bunt geblümt erblühn.

Hoffnung breitet lichte Schleier
Nebelhaft vor unsern Blick:
Wunscherfüllung, Sonnenfeier,
Wolkenteilung bring uns Glück.
 
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Bild: Schäfchen am Niederrhein. Ostern 2016.

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Der Osterhase

 Seht, wer sitzt denn dort im Gras!
 Ist das nicht der Osterhas´?
 Guckt mit seinem langen Ohr
 aus dem grünen Nest hervor.
 Hüpft mit seinem schnellen Bein
 über Stock und über Stein.
 Seht auch her, was in dem Nest
 liegt so rund und auch so fest:
 Eier rot und blau gefleckt
 hat er in dem Nest versteckt.
 Muss er sie gut verstecken,
 sucht schnell in allen Ecken!

Volksgut

Bild: Hase auf dem Feld bei Kevelaer, März 2020.

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 Die Gelehrten und die Pfaffen
 streiten sich mit viel Geschrei,
 was hat Gott zuerst erschaffen –
 wohl die Henne, wohl das Ei!

 Wäre das so schwer zu lösen –
 erstlich ward ein Ei erdacht,
 doch weil noch kein Huhn gewesen –
 darum hat's der Has' gebracht!

Eduard Mörike, 1804-1875
Auszug aus dem Gedicht

Bild: Hase am Niederrhein bei Kevelaer. April 2021.

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Ostergedicht

Die Sonne geht im Osten auf, 
der Osterhas` beginnt den Lauf. 

Um seinen Korb voll Eier sitzen
drei Häslein, die die Ohren spitzen. 

Der Osterhas` bringt just ein Ei -
da fliegt ein Schmetterling herbei. 

Dahinter strahlt das blaue Meer
mit Sandstrand vorne und umher.

Der Osterhas` ist eben fertig -

das Kurtchen auch schon gegenwärtig! 
Nesthäkchen findet - eins, zwei, drei, 
ein rot`, ein blau`, ein lila Ei.

Ein Ei in jedem Blumenkelche! 
Seht, seht, selbst hier, 
selbst dort sind welche!

Ermüdet leicht im Morgenschein
schlief Kurtchen auf der Wiese ein. 

Die Glocken läuten bim, bam, baum
und Kurtchen lächelt zart im Traum.

Di di didl dum dei, 
wir tanzen mit unsern Hasen
umfasst, zwei und zwei, 
auf schönem, grünen Rasen.

Christian Morgenstern, 1871-1914


Bild: Selbst gefärbte Eier. Ostern 2018

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Hasendämmerung - Eine Ostergeschichte von Hermann Löns 

Jans Mümmelmann, der alte Heidhase, lag in seinem Lager auf dem blanken Heidberg, ließ sich die Mittagssonne auf den billigen Balg scheinen und dachte nach über Leben und Tod. Sein Leben war Mühe und Angst gewesen. Aber dennoch fand er, daß sein Leben köstlich gewesen war. Auf grünen Feldern hatte sich seine Jugendzeit abgespielt; seine Jünglingsjahre hatte er im Walde verlebt; die Jahre seiner männlichen Reife verbrachte er in der Heide, nachdem ihm Feld und Wald Menschenhaß gelehrt hatten, und nur, wenn sein Herz sich nach Zärtlichkeiten sehnte, verließ er die Öde.
Da lebte er, ein einsamer Weltweiser. Die Äsung war mager, aber es stand nicht, wie beim Klee im Felde und bei der üppigen Wiese im Walde, die Angst bleichwangig und schlotterbeinig immer neben ihm; in Ruhe und Frieden konnte er da leben, sorglos im feinen Flugsande des Heidhügels die rheumatischen Glieder baden und dem Gesange der Heidelerchen lauschen.
Mümmelmann fand heute aber doch, daß er etwas Abwechslung in seine Nahrung bringen müsse. Keine Philosophie der Welt tröstet den Magen, und keine Weltweisheit befestigt die Appetitlosigkeit. Beim Dorfe gab es jetzt schon junge Roggensaat. Auch brauner Kohl war da, ferner Apfelbaumrinde, etwas ganz Feines, und der Klee war schon hoch genug, an den Gräben wuchs allerlei winterhartes Kraut; Mümmelmann lief das Wasser hinter den gelben Zähnen zusammen.
Allerdings, so ohne Gefahr ging ein Diner beim Dorfe nicht ab. Fast immer stöberten Wasser oder Lord oder Widu oder Hektor oder ein anderer dieser scheußlichen Köter im Felde herum. Der Jagdaufseher hatte im Felde überall Tellereisen und Schwanenhälse liegen, und der Jagdpächter hielt sich immer in der Nähe des Dorfes mit seinem Schießknüppel auf. Er war ein bißchen sehr dick und hatte eine trockene Leber, so daß er sich nicht gern weit vom Kruge entfernte.
Aber schließlich, was kann das schlechte Leben helfen? dachte Mümmelmann; einen Tod sterben wir Hasen ja doch nur, und besser ist es, im Dampfe dem guten Schützen sein Kompliment zu machen, als vor Altersschwäche den Schnäbeln der Krähen zum Opfer zu fallen. Und so machte er sorgfältig Toilette und rückte erst langsam, dann schneller gen Knubbendorf, wo er bei tiefer Dämmerung ankam.
Es war eine gemütliche Nacht. Der Schnee war weich und trocken, die Luft windstill, die Kälte nicht zu stark und der Himmel bedeckt, so daß Jans und die anderen keine Angst zu haben brauchten vor dem alten Krischan, dem Armenhäusler und Besenbinder, der mit seinem verrosteten Vorderlader bei hellen Nächten hinter dem Misthaufen auf die Hasen lauerte. Es gab ein langes Begrüßen und Erzählen, und so kam es, daß Jans völlig die Zeit verpaßte und erst lange nach dem ersten Hahnenschrei, als der Tag schon mit rotverschlafenem Gesicht über die Geest stieg, nach seiner Heide zurückhoppelte, in Begleitung eines jungen, strammen Moorhasen, Ludjen Flinkfoot, seiner im letzten Herbst bei dem großen Kesseltreiben im Feuer gebliebenen Schwester Sohn. Den hatte er bewogen, mitzukommen, er wollte ihn erziehen und als Erben einsetzen.
Als sie aber an den Heiderand kamen, da stutzten sie und machten Männchen, denn vor ihnen zappelten im Frühwinde lauter bunte Lappen. Voller Angst liefen sie zurück und scharrten sich, nachdem sie erst viele Haken geschlagen und Widergänge gemacht hatten, in einem mächtigen Brombeerbusch bei den Fischteichen ihr Lager.
Inzwischen war im Dorfe großes Leben. Dreißig Männer waren gekommen, bis an die Zähne bewaffnet, schrecklich anzusehen in ihrem Kriegsschmuck. Sie waren in den Krug gegangen, aßen und tranken, was es gab, machten sich mit Pfeifen und Zigarren und auch sonst blauen Dunst vor, prügelten ihre Hunde, die sich bissen, kniffen allen weiblichen Wesen unter fünfzig Jahren die Arme braun und blau, erzählten sich mehr oder minder starke, neuaufgewärmte alte Witze und zogen dann los, die reine Winterluft mit dem Rauch ihrer Zigarren und die Morgenstille mit dem Geknarre ihrer Stimmen erfüllend und sich freuend über den klaren, windstillen, schönen Tag, der so recht geeignet sei für den Hasenmassenmord.
Dicht hinter dem Dorfe wurde der erste Kessel gemacht. Ein Waldhorn erklang, Schützen und Treiber setzten sich nach dem Zentrum in Bewegung, und das Kriegsgeschrei der rauhen Kehlen dröhnte durch den Wintermorgen. Da wurden überall graue Flecke im weißen Schnee sichtbar, die sich zu Pfählen verlängerten, unschlüssig hin und her hoppelten, wie besessen dahinrasten, und dann knallte es hier, blitzte es da, rauchte es dort, und ein Hase nach dem anderen rückte zusammen, wurde kürzer, immer kürzer, blieb schließlich liegen, sprang noch einmal in die Höhe und lag dann ganz still. Andere schlugen im Dampf ein Rad, daß der Schnee stäubte, wieder andere liefen wie gesund weiter und fielen plötzlich um. Und immer enger wurde der Kessel, immer zerfurchter seine Schneedecke von den Spuren der Hasen und den eingeschlagenen Schroten, und hellrote Flecke und Streifen sowie die dunklen Patronenpropfen unterbrachen seine Farblosigkeit.
Ein Leiterwagen nahm die toten Hasen auf, und es ging zum zweiten Kessel. Und als der abgetrieben war, kam der dritte an die Reihe, und dann ging es zum Jagdhause vor dem Moore, wo der Wirt mit seinen Töchtern Bohnensuppe auffüllte und Glühwein einschenkte und Grog. Da gab es ein großes Erzählen hin und her, so daß Herr Markwart, der Häher, und Frau Eitel, die Elster, entsetzt abstoben und es weit und breit herumbrachten, daß die Jäger wieder einmal da wären und schon hundertundsiebzig Hasen ermordet hätten.
Mümmelmann hörte aufmerksam zu, als Frau Eitel das Herrn Luthals, dem Würger, erzählte, und er dachte bei sich: »Wenn sie schon soviel haben, dann werden die Schinder wohl nicht mehr hierher kommen«, und er flüsterte Ludjen Flinkfoot zu: »Bleib immer hübsch still liegen, mein Junge, mag kommen, was da kommen will; wer sich nicht zeigt, wird nicht gesehen, und wer nicht gesehen wird, den trifft kein Blei.«
Es kam aber anders: Wieder klang das Horn. »Schwerenot noch einmal«, knurrte Jans unter seinem bereiften Bart her, »noch ein Kessel? Die Sonne geht ja schon in ihr Lager. Und ich glaube, die Bande kommt auf uns zu.« Ein furchtbares Gebrüll erhob sich von allen Seiten, der Boden dröhnte, Schüsse knallten. Ludjen wollte weg, aber der Alte rief: »Bliw liggen, du Döskopp«; denn wenn er erregt wurde, sprach er Platt, was er sich sonst als unfein abgewöhnt hatte, und dann setzte er hinzu: »Man kann nicht wissen, was passiert. Ich habe so eine Ahnung, als ob ich die Sonne nicht mehr aufgehen sehen soll. Und nun höre zu: Falle ich und du bleibst gesund, so rückst du in die Heide, bis du an den Heidberg kommst, wo die großmächtigen Steine aufeinanderliegen. Da bist du das ganze Jahr sicher, da kommt niemand hin als die dämlichen Schafe und höchstens einmal Reinke Rotvoß, der alte Schleicher; der erzählt ganz gut, aber halte ihn dir drei Schritte vom Leibe. Einem Fuchs darf man erst trauen, wenn er kalt und steif ist.«
Näher kam das Getrampel, dichter folgten die Schüsse, hin und her flitzten die Hasen, kobolzten von den Dämmen auf das Eis der Teiche und blieben da liegen. Auf einmal schwoll das Gebrüll noch weiter an: »De Voß, de Voß!« riefen die Treiber und domm, domm, domm, domm krachte es. Mümmelmann hörte es in den Brombeeren knistern, etwas Rotes sauste über ihn fort, dann etwas Schwarzweißes, und dicht vor ihm schlug sich ein großer Hund den Fuchs um den Kopf.
»Meinen Segen hat er«, dachte der alte Hase bei aller Angst; doch im nächsten Augenblicke fuhr er aus seinem Lager, denn ein zweiter Hund kam an und wollte ihn gerade fassen: »Da löppt noch een!« schrien die Treiber. Aber Jans war nicht umsonst bei seiner Mutter, der erfahrenen Gelke Mümmelmann, in die Lehre gegangen. Er schlug einen Haken über den anderen und hielt sich immer dicht vor dem Hunde, so daß kein Schütze zu schießen wagte. Auf einmal aber krachte ein Schuß, die Schrote schlugen pfeifend auf das Eis, der Hund jaulte auf, und wütende Stimmen erhoben sich.
»Junger Mann, Sie haben meinen Hund totgeschossen!« brüllte ein dicker Herr.
»Ja, was kann ich dafür«, rief der dünne Student, »ich habe ihn nicht gesehen; was hat der Hund auch im Kessel herumzubiestern?«
Und der Dicke schrie wieder: »Er sollte den Fuchs apportieren. Der Hund hat mich dreihundert Mark gekostet.«
Und der Student rief: »Dreihundert Mark? Na, der Ihnen das abgeknöpft hat, der wird schön gelacht haben. Ich habe den Hund ja arbeiten sehen; hühnerrein war er, straßenrein auch, und Hasen hetzte er famos. Und wenn er auch nicht eingetragen war, ein ausgetragenes Biest war er doch, und die Rassenmerkmale hatte er innerlich wie die Ziegen den Speck. Dreihundert Mark? Lächerlich, Sie meinen wohl Pfennige?« So ging es weiter, und keiner achtete auf Mümmelmann. Der machte, daß er fortkam, denn er haßte Zank und Streit. Ihm tat nur Ludjen leid, um den Jungen hatte er Bange. Es dämmerte schon, als er an den Heiderand kam, und gerade dachte er, er wollte sich um die Lappen nicht kümmern, da krachte es, und wie zwanzig Peitschenhiebe auf einmal fühlte er es in Rücken und Keulen. Das war der Jagdaufseher gewesen, der die Lappen aufrollen wollte.
Jans fühlte, daß es mit ihm aus war. Aber er kam doch noch vom Fleck und tauchte in der Dämmerung unter. Ihm war sehr schwach zumute, obgleich er gar keine Schmerzen hatte; nur das Laufen wurde ihm schwer und das Atmen. Er kam noch bis zu dem alten Steingrab auf dem Heidberg, und da wühlte er sich in den weichen Sand, lag ganz still und äugte nach dem hellen Sternenbilde, das über dem fernen Walde stand und ganz wie ein riesenhafter Hase aussah.
Als der Mond über den Wald kam, da hoppelte auch Ludjen Flinkfoot heran. Er hatte, so schwer es ihm bei seiner Angst auch wurde, seines Oheims Ratschläge befolgt und war gesund davongekommen. Der gute Junge war sehr betrübt, daß er ihn todkrank fand; er rückte dicht an ihn heran und wärmte den Fiebernden.
Als es vom Dorfe Mitternacht schlug, da wurden Mümmelmanns Seher groß und starr; er sah die Zukunft vor sich: »Der Mensch ist auf die Erde gekommen«, sprach er, »um den Bären zu töten, den Luchs und den Wolf, den Fuchs und das Wiesel, den Adler und den Habicht, den Raben und die Krähe. Alle Hasen, die in der Üppigkeit der Felder und im Wohlleben der Krautgärten die Leiber pflegen, wird er auch vernichten. Nur die Heidhasen, die stillen und genugsamen, wird er übersehen, und schließlich wird Mensch gegen Menschen sich kehren, und sie werden sich alle ermorden. Dann wird Frieden auf Erden sein. Nur die Hirsche und Rehe und die kleinen Vögel werden auf ihr leben und die Hasen, die Abkömmlinge von mir und meinem Geschlecht, Du, Ludjen, mein Schwestersohn, wirst den reinen Schlag fortpflanzen, und dein Geschlecht wird herrschen von Anfang bis Untergang. Der Hase wird Herr der Erde sein, denn sein ist die höchste Fruchtbarkeit und das reinste Herz.«
Da rief der Kauz im Walde dreimal laut: »Komm mit, komm mit, komm mit zur Ruh, zur Ruh, zur Ruhuhuhu!«, und Mümmelmann flüsterte: »Ich komme«, und seine Seher brachen.
Ludjen hielt die Totenwacht bei seinem Oheim; drei Tage und drei Nächte blieb er bei ihm. Als er aber nach der vierten Nacht zurückkam zum Hünengrab, da war der Leib seines Oheims verschwunden, und Ludjen meinte, die kleinen weißen Hasen wären gekommen und hätten ihn weggeholt zu dem Hasenparadiese, wo der große, weiße Hase auf dem unendlichen Kleeanger sitzt.
Reinke Rotvossens Vetternschaft aber wunderte sich, daß der alte dreibeinige Heidfuchs, der immer so klapperdürr war, seit einigen Tagen einen strammen Balg hatte. Er hatte seinen Freund Mümmelmann bestattet auf seine Art.

Hermann Löns, 1866-1914 


Bild: In jedem Jahr färben wir am Ostersamstag die Eier und verzieren sie mit Aufklebern.

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Oh Welt in einem Ei

Oh Welt im Ei, von Haut
und Schale rings umgeben!
Wenn dich die Sonne schaut,
beginnt dein freieres Leben.

Dann lebst du, wie dein Ahne will,
als Strauß, als Fisch, als Krokodil,
als Huhn ein Mehrerwachen,

Ein größeres Glück und größere Qual
in einem weiteren Oval.
Bis neue Schalen krachen.

O Welt in einem Ei,
wie Wichtiges entscheidet sich,
geht deine Wand entzwei,
vielleicht verschlingt man, kocht man dich,
ißt dich mit Senf, mit Kaviar
(Störs ungezählten Eiern!)

Und wenn sie Ostern feiern,
die dich verschlucken roh und gar,
dann lachen sie und spaßen
a conto Osterhasen.
Doch wer von ihnen denkt dabei
an Dich, Du Mikrowelt in einem Ei!?

Joachim Ringelnatz, 1883-1934

Bild: Österlicher Eierbecher am Ostersonntag. April 2021.

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Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
»Glockenklingen« sich auf »Lenzesschwingen«
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen

Joachim Ringelnatz, 1883-1934

Bild:  Ostertisch, Tarasp 2005.

Ostermärchen

Am Abend vor Gründonnerstag lag der kleine Fritz mit wachen Augen im Bett und konnte nicht einschlafen. Beständig musste er an morgen denken, wo er mit seinen Geschwistern - wie alle Jahre - Ostereier suchen würde. Wie viele es wohl sein und wie sie wohl aussehen und wie groß sie sein würden? 

Während er noch darüber nachsann, hörte er plötzlich hinter sich ein feines Stimmchen seinen Namen rufen. Mehr erstaunt als erschreckt drehte er sich um und sah - einen kleinen Hasen auf dem Stuhl am Kopfende seines Bettes sitzen. 

„Mein Name ist Kohlfraß", sagte das Häschen. „Darf ich dich zu einem Spaziergang einladen?". Fritzchen wunderte sich zwar ein bisschen über den Einfall, jetzt spazieren zu gehen, erklärte sich aber bereit und folgte, nachdem er sich angezogen hatte, dem Häschen, das im schnellen Laufe durch Zimmer und Vorsaal, die Treppe hinunter, zur Stadt hinaus, über Wiesen und Felder voraneilte. Schneller war Fritz noch nie gelaufen. 

Endlich hielt sein Führer vor einem hohen Felsen. „Dies ist der Osterhasenpalast", sagte Kohlfraß. „Hier werden die Eier gefertigt, die wir Hasen dann in den Gärten und Stuben für artige Kinder verstecken. Eigentlich dürfen Kinder hier nicht hinein. Da du aber besonders brav gewesen bist, so will ich dir heute einmal alles zeigen." 

Hierauf zog das Häschen aus einem seiner Ohren ein Schlüsselchen hervor, das es in eine Felsenritze steckte. Sogleich öffnete sich eine Tür, und sie traten in einen finsteren Gang. Plötzlich war es hell, und nun standen sie vor einem ungeheuren offenen Tor, durch das man in einen großen, hellen Saal schaute, der wieder in drei kleinere Säle abgeteilt war. Vor dem Tor stand eine Hasenschildwache mit einem Gewehr, das sie sofort auf Fritzchen anlegte. 

Der flüchtete entsetzt hinter seinen Begleiter. Kohlfraß aber raunte der Schildwache nur ein Wörtchen zu, worauf diese sogleich das Gewehr senkte und ehrerbietig präsentierte. Die zwei traten nun in den ersten Saal. „Hier werden die Eier gelegt", erklärte Kohlfraß. 

Fritzchen sah mit Staunen: Da kauerten Tausende von Hasen und Häschen am Fußboden, der mit weichem Moos belegt war. Sie hielten sämtlich die Vorderpfoten in die Seiten gestemmt und stöhnten und keuchten ganz schrecklich - das Leben musste doch sehr anstrengend sein! - während der Eierhaufen neben einem jeden immer größer und größer wurde. 

Es waren auch Zuckerhasen darunter, die legten natürlich Zuckereier. Fritzchen sah auch welche aus Marzipan, Schokolade, ja aus Glas - und sogar aus purem Gold! 

Ging einmal ein Ei entzwei, dann geschah etwas Schnurriges: Es schlüpfte sofort ein Häschen daraus, das sogleich fleißig mitlegen half. Andere Hasen gingen umher, sammelten die Eier in Körbchen und trugen diese fort. 

Fritzchen wurde nun von seinem Begleiter in den zweiten Saal geführt. Hier saßen Tausende von Hasen auf Kohlblättern, große Farbtöpfe neben sich und Pinsel in den Pfoten. Fritzchen bemerkte, dass sie fast alle mit Farbklecksen bespritzt waren. Sie trugen große Brillen auf der Nase, ließen die Ohren hängen und taten sehr wichtig. 

„Die Maler", erklärte Kohlfraß. Fritzchen beobachtete mit Vergnügen, wie die langohrigen Künstler mit erstaunlicher Geschwindigkeit die Eier rot, gelb, blau und grün bepinselten, allerlei Figuren hineinkratzten und auf den Zucker- und Schokoladeneiern mittels kleiner Spritzen Herzen, Namenszüge und andere Formen aus Zuckerguß anbrachten. 

Die auf diese Weise fertiggestellten Eier wurden von anderen Hasen in den dritten Saal geschafft, wo sie, sorgfältig mit Moos umhüllt, in Körbe gepackt und von Hasendienstmännern fortgetragen wurden. 

Fritzchen war inzwischen von Kohlfraß in den dritten Saal vor den Osterhasenkönig geführt worden. Dieser, ein Hase von riesenhafter Größe, saß in einer ungeheuren Eierschale, von einer Schar von Hasenhöflingen umgeben, die alle bei Fritzchens Eintreten aufsprangen und höflich Männchen machten - was bei den Hasen dasselbe wie bei unseren Soldaten das Salutieren ist. Seine Majestät hatte erstaunlich lange Ohren, die durch den ganzen Saal reichten und derer er sich ab und zu bediente, einem unfolgsamen Untertan eine Ohrfeige zu verabreichen. 

Er redete übrigens Fritzchen sehr freundlich und leutselig an, riet ihm, immer brav und gut zu bleiben wie bisher, und überreichte ihm schließlich ein Osterei. 

Hoch erfreut seinen Dank stammelnd, wollte Fritzchen es entgegennehmen, erfaßte es auch bereits, da - o weh! - entglitt es seiner Hand und zerschlug - klack! auf dem Fußboden. 

Sogleich kam eine Menge Hasen daraus hervor, sie fingen an zu legen und legten und legten ein Ei nach dem anderen in einem fort, in einem fort! 

Im Nu war der ganze Boden mit Eiern bedeckt. Die Hasen legten weiter und immer weiter: jetzt reichte der Eierhaufen schon bis an Fritzchens Schultern. Und mit einmal ward ihm schwarz vor Augen, ihn überkam eine furchtbare Angst, er schrie laut auf - und erwachte. 

Er lag in seinem Bett. Alles war verschwunden, bis auf ein kleines Schokoladenei, das er in der Hand hielt. Darauf stand ein K und ein L: König Lampe.

Joachim Ringelnatz, 1883-1934 


Bild: Ostertisch 2004.

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Bitte an den Osterhasen

Ostern ist nun nicht mehr fern.
 Alle Kinder sehens gern,
 wenn der Osterhase naht,
 wenn er recht viel Naschwerk hat.
Lieber, flinker Osterhase,
 leg im Moos und leg im Grase
 zwischen gelben Osterglocken
 Eier hin und Kandisbrocken.
Nougat ist mein Leibgericht,
 und vergiß auch bitte nicht
 eine bunte Zuckerstange,
 eine lange, riesenlange!
Auch ein Schokoladenei
 hätt ich gerne noch dabei,
 und ein Ei aus Marzipan,
 eins, verpackt in Cellophan,
 wünsch ich mir vom Hasenmann.

Volksgut

Bild: Vorbereitung des Oster-Tisches 2021.

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Oster-Plätzchen

Seit einigen Jahren backen wir in der Woche vor Ostern eigene Ausstechplätzchen, die dann am Ostersonntag in das Nest mit Schokoladeneiern und weiteren Süßigkeiten kommen. 

Es gibt inzwischen zahlreiche Ausstechförmchen zum Osterfest. Die Teigrezepte sind denen ähnlich, die hier unter "Weihnachts-Plätzchen" beschrieben sind.

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Das Osterei

Hei, juchhei! Kommt herbei !
Suchen wir das Osterei !
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort !

Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei ! Dort ein Ei !
Bald sind's zwei und drei !

Wer nicht blind, der gewinnt
einen schönen Fund geschwind.
Eier blau, rot und grau
kommen bald zur Schau.

Und ich sag's, es bleibt dabei,
gern such ich ein Osterei:
Zu gering ist kein Ding,
selbst kein Pfifferling.

A. H. Hoffmann von Fallersleben, 1998-1874

Bild: Ostereier für den Schmuck des Osterstraußes. April 2020.


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Möhrenkuchen mit Frosting

Zutaten

Für den Teig

  • 250 g Zucker 
  • 6 Eier (trennen)
  • 400 g geraspelte Möhren 
  • 200 g gemahlene Haselnüsse 
  • 100 g gemahlene Mandeln 
  • 6 Zwieback, in feinste Brösel zermahlen
  • 60 g Mehl 
  • 1 ½ Pk. Backpulver 
  • 1 EL Zitronensaft


Für das Frosting

  • 60 Butter 
  • 250 g Frischkäse 
  • 250 g Puderzucker 
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • Abrieb einer Zitrone 

Zubereitung

Zucker und Eigelb schaumig schlagen. Möhren, Mandeln, Nüsse, Backpulver, Mehl, Zwiebackbrösel und Zitronensaft hinzugeben und unterrühren. Eiweiß steif schlagen und Eischnee unter die Masse heben. In gebutterte 26er Springform füllen.
In dem auf 160 °C Umluft vorgeheizten Backofen über 40-50 min backen. Man sollte eine Stäbchenprobe machen und die Erfahrungswerte mit dem eigenen Backofen berücksichtigen. Kuchen abkühlen lassen, dann die Springform entfernen.

Für das Frosting Frischkäse und fein geschabte kalte Butter ohne Krümel glatt verrühren und sieben. Danach Puderzucker, Zitronenabrieb und Vanillezucker einarbeiten.
Den abgekühlten Kuchen in der Mitte in zwei gleichgroße Kreise teilen und etwa 0,5 cm Frosting dazwischen füllen. Das restliche Frosting auf Oberfläche und Seiten mit glattem großen Spatel oder Messer gleichmäßig verteilen. Mit Marzipanmöhrchen und -hasen dekorieren.

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Seit Jahren gibt es diesen Kuchen bei uns am Ostersonntag. Wir kennen den Kuchen zum einem aus unserem Vorleben in den USA, wo das reichliche Frosting entscheidend ist und zum anderen aus Skiurlauben in den Alpen, wo der Kuchen Rüblitorte heißt und eine Nussbetonung mit wenig oder ohne Frosting hat. Unsere Familie hat das Rezept in den letzten dreißig Jahren mehrfach variiert, hier die Variante vom Ostersonntag 2020.