Die Rose
„Kommst Du in den Garten? Ich möchte Dich gerne meinen Rosen zeigen“,
so Richard Brinsley Sheridan (1751-1816) [1].
Meine Frau und ich lieben Rosen. Nahezu alle die Gedichte begleitenden Rosenbilder sind Fotografien aus unserem Garten. Viele Rosen stammen aus Lottum, dem Rosendorf an der Maas in der Nähe von Arcen. Meine Frau kümmert sich eher um das Düngen und die Gesundheitspflege der Rosen, ich mich mehr um das Schneiden; gemeinsam wässern wir in der warmen Jahreszeit und beide fotografieren gerne. Die Aquarelle meiner Frau finden Sie unter www.kunstniederau.de, Fotos und Gedichte auf dieser Webseite. Auf Youtube finden Sie gesprochene Texte und gesungene Lieder zu Rosengedichten, so spricht Louise Glück ihr Gedicht „The white rose“ [2]. Es gibt viele ältere und moderne Vertonungen von Goethes „Heidenröslein“, von den Comedian Harmonists [3] über Schuberts Kunstlied [4] bis zu Helen Schneiders Interpretation [5]. Sehr zu empfehlen ist es auch, sich anzuhören, wie Carol Anne Duffy ihr eigenes Gedicht „Valentine“ vorliest [6]. Robert Burns berühmtes Gedicht “My love is like a red red rose” wird als Lied in einem Beitrag der BBC von Rachel Sermanni schöner gesungen, als man es sprechen könnte [7].
Herkunft und Botanik [8-11]
Erste fossile Funde von Wildrosen stammen aus Colorado; sie sind etwa 30 Millionen Jahre alt. Die Pflanzengattung der Rosaceae (100-250 Arten) verbreitet sich aber vermehrt erst nach der letzten Eiszeit (ab 11.000 v. C.). Typische Merkmale der Rosen sind Stacheln, Hagebutten und unpaarig gefiederte Blätter. Die ursprünglichen Rosensträucher haben fünfzählige Blüten und sind nur in der Holarktis (Nordhalbkugel) verbreitet. Stamm, Äste und Zweige haben Stacheln, die häufig Dornen genannt werden, aber keine sind.
Pflege der Rosen [12-13]
Nach einer geläufigen Regel wird der Trieb bei verblühten Rosen bis kurz über das erste vollentwickelte 5-fiedrige Blatt zurückgeschnitten. Der Frühjahrsschnitt erfolgt, wenn die Forsythien blühen. Der Rosenschnitt sollte leicht schräg etwa 5 mm oberhalb einer Knospe verlaufen. Alle öfter blühenden Beetrosen kann man auf 20 cm herunterschneiden, Strauchrosen weniger stark. Moderne Sorten sind so stark blühend, dass sie ohne Frühjahrsschnitt auskommen; Kletterrosen muss ebenfalls nicht unbedingt schneiden. Einmalblühende Strauchrosen schneidet man erst im Sommer. Wildtriebe haben meist mehr als die regulären fünf Fiederblättchen. Man sollte sie besser abreißen, um Nebenwuchsknospen zu entfernen.
Beim Wässern sollte man darauf achten, die Blätter nicht zu benetzen. Am besten wässert man früh morgens, um die Rosen vor Sonnenbrand zu schützen; beim abendlichen Wässern droht Pilzbefall. Die Häufigkeit hängt vom natürlichen Niederschlag und den Temperaturen ab, wobei folgende Grundregeln gelten; bei über 30 Grad täglich wässern, bei 20-30 Grad alle 2-3 Tage und bei 15-20 Grad einmal pro Woche. Neu gepflanzte Rosen benötigen mehr Wasser als ältere und im späten Herbst sollte man nur bei hohen Temperaturen wenig wässern.
Das Blühen kostet die Rose viel Kraft, weshalb sie nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe braucht, vor allem im Frühjahr. Meist erwachen Rosen Ende März/Anfang April aus ihrem Winterschlaf. Spätestens mit dem ersten Blattaustrieb wird es Zeit, sie zu düngen. Bei mehrfach blühenden Rosen empfiehlt sich eine zweite Düngung Ende Juni/Anfang Juli.
Rosen sind anfällig gegenüber verschiedenen Krankheiten z. B. den Pilzkrankheiten Sternrußtau und Mehltau sowie dem Befall durch Blattläuse. Hiervor sollte man die Blumen prophylaktisch schützen.
Mythologie und Symbolik der Rosen [11]
Schon 700 v. Chr. berichtet Homer von Rosen und um 600 v. Chr. besingt Sappho die Rose als „Königin der Blumen“ [14]. Der alexandrinische Schriftsteller Achilleus Tatios (2 Jh. v. Chr.) schrieb über die Rose: „Sie ist die Zierde der Erde, der Stolz des Pflanzenreichs, die Krone der Blumen, der Purpur der Wiesen, der Abglanz des Schönen.“ Rosenbilder wurden 600 v. Chr. im Knossospalast auf Kreta gefunden, später auch in Fresken aus Pompeji. In Alexandria flutete Kleopatra ihre Schlafgemächer kniehoch mit Rosenblättern, um Julius Caesar und Mark Antonius zu betören. Bei den Griechen waren die Rosen der Göttin Aphrodite geweiht, bei den Römern der Venus. Die Römer kultivierten Rosen zur Parfümherstellung und als Heilpflanze; sie schwelgten auf Rosen; aus dieser Zeit stammt der Begriff „Auf Rosen gebettet". In der griechischen Mythologie wurde Aphrodite, die Göttin der Liebe, mit einem weißen Rosenstrauch aus dem Schaum des Meeres geboren. Die rote Farbe erhielt die Rose erst durch Aphrodites Ehebruch mit dem schönen Adonis. Auf dem Weg zu ihrem sterbenden Liebhaber trat Aphrodite in Rosendornen und färbte mit ihrem Blut die weißen Rosen rot. So steht die weiße Rose für die Reinheit der Liebe, während roten Rosen Begierde und Leidenschaft symbolisieren. Die Rose steht nicht nur für die Liebe, sondern auch für die Verschwiegenheit. „Sub rosa“ sagte man im Mittelalter, wenn man Geheimes sagen wollte. So nannte sich auch die deutsche Widerstandsgruppe gegen die Diktatur des Nationalsozialismus „Weiße Rose“.
Rosenzüchtung [8-9, 11]
- 3000 v. Chr. erste Rosenzüchtungen in China; 500 v. Chr. berichtet Konfuzius von umfangreichen Rosenpflanzungen in den kaiserlichen Gärten in Peking.
- Um 50 v. Chr. betört Kleopatra Julius Caesar und Mark Antonius mit Rosendüften; bei den Römern wurde die Rose zu einem beliebten Luxusgut.
- 794 verordnet Karl der Große den Anbau der Rose als Heilpflanze.
- 1150 beschreibt Hildegard von Bingen in den „Physica“ die Rose als eines der schönsten Heilmittel.
- 1570 bringen die Kreuzritter die betörend duftende „Rosa damascena“ aus dem Orient nach Westeuropa; sie eignet sich bestens für die Gewinnung von Rosenöl.
- In der Renaissance werden in Europa neue Kulturrosen entwickelt, ein Grundstock der europäischen Gartenkultur. Im Barock und im Rokoko setzt sich die Rose in Europa als Königin der Blumen durch und hält Einzug in viele Stadtgärten.
- 1752 erfolgt erstmals die Kreuzung der Chinarose mit europäischen Rosen; dies führt zu Entstehung der mehrfach blühenden Teehybriden.
- Ab 1900 werden ostasiatische Wildrosen in Europa für die Züchtung von Kletterrosen genutzt.
- 1959 wird die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR) (W. Kordes) eingeführt; nun spielen Winterhärte und Robustheit gegen die Rosenkrankheiten eine große Rolle, zunehmend duften aber nun auch ADR-Rosen.
- Ab 1960 vereint der Brite David Austin den Charme der Alten Rosen (einmalblühend, duftend) mit den Vorzügen moderner Rosen (öfter blühend, nicht duftend); seine Rosen heißen „Englische Rosen“ [9].
- Der größte Teil der nach Deutschland importierten Rosen stammt heute aus den Niederlanden und ein erheblicher Anteil davon aus dem Rosendorf Lottum an der Mass unweit von Arcen.
Kulinarische Bedeutung der Rosen [15]
Heute wird Rosenwasser bei der Marzipanherstellung verwendet sowie in Rosenkonfitüre. Die türkische Küche verwendet Rosenwasser noch in vielen weiteren Rezepten. Kandierte Rosenblätter werden gerne zum Dessert gereicht. Die essbaren Blumenblätter der Rosen eignen sich auch zur Dekoration von Speisen und Backwaren. Mit ihnen lassen sich zudem elegante Cocktails kreieren. Schon die Römer dekorierten den Inhalt ihrer Weingläser mit Blütenblättern von Rosen und stellten Rosenwein her. Der französische „Drei Sterne Koch“ Alain Passard hat eine Rosenblüte als Vorlage für sein berühmtes Dessert „Rosebud“ gewählt [16] (s. Küche/Desserts auf dieser Website).
Rosen in der Heraldik und Malerei [11]
Rosen zieren Wappen von Personen, Familien, Städten und Staaten; bekannte Beispiele sind Luther, die Tudor-Dynastie, Kevelaer, Nordrhein-Westfalen und Finnland. Eine fünfblättrige Rose diente als Vorbild für berühmte gotische Fensterrosetten wie die in den Kathedralen von Chartres und Notre-Dame in Paris. Zu den Rosenliebhaberinnen zählte Kaiserin Joséphine, deren Garten durch Gemälde von Redouté bekannt wurde. Auch in der Malerei ist die Rose wohl das häufigste Blumenmotiv, von den Fresken in Knossos und Pompeji über mittelalterliche Marienmotive bis zu Salvatore Dali und Anselm Kiefer. Besonders bekannt sind die weißen Rosen von Vincent van Gogh und die Rosengemäle von Pissaro, Manet und Renoir.
Rosen-Düfte [11]
Rosen haben die seltene Eigenschaft, zahlreiche Düfte zu entwickeln; sie riechen z. B. nach Veilchen, Apfel, Banane, Maiglöckchen, Myrrhe und Pampelmusen. Viele Wildarten und "Alte Rosen" duften; die Züchtung winterharter Sorten gelang zunächst nur durch das Einkreuzen von gegen Mehltau und Rost unempfindlicheren, aber nicht duftenden Wildarten. Seit 50 Jahren können Charme und Duft der alten Sorten aber mit der Blühfreudigkeit und Gesundheit moderner Rosen vereint werden. Für die Parfümherstellung wird Rosenöl benutzt. Die Rosenölgewinnung in großem Maßstab geht auf den Rosenanbau in Bulgarien auf die Zeit um 1700 zurück. Rosenöl wird durch Wasserdampf-Destillation aus Blütenblättern gewonnen, wobei für 1 L Rosenöl 5 Tonnen Blütenblätter nötig sind; die Kosten für diesen Liter betragen 3.000-10.000 Euro. Rosenöl ist neben Jasmin häufig in Parfüms enthalten. Berühmte Rosendüfte trugen z. B. Marylin Monroe, Sophia Loren und heute Rihanna.
Rosen in der Lyrik [17]
Goethes Heidenröslein ist das wohl bekannteste deutschsprachige Rosengedicht [18]. Obwohl es auf einem schlichten Volkslied fußt, ist Goethes Text tiefgründig. Seine ursprüngliche Vertonung als Volkslied kann bis heute fast ein jeder singen; Schubert hat es zu einem seiner bekanntesten Kunstlieder gemacht. Auch der Text des Songs „Rosenrot“ von Rammstein fußt auf Goethes Gedicht; „Rosenrot“ ist etwa 139 Millionen Mal auf Youtube gestreamt und damit insgesamt Deutschlands erfolgreichster Musikexport [19]. Heine und Rilke haben viele wunderbare Verse über die Rose geschrieben [20-22]. Rilkes Grabspruch über die Rose gibt bis heute Rätsel auf. In Deutschland gab es nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst eher dunkle Rosengedichte, z. B. von Ingeborg Bachmann und Paul Celan; genannt seien z. B. „Gewitter der Rosen“ und „Niemandrose“ [23-24]. In der englisch-sprachigen Lyrik spielt die Rose eine herausragende Rolle von William Shakespeare [25] über William Blake [26-27] und William Butler Yeats [28] bis zu Lisel Mueller [29] und Louise Glück [30]. Louise Glück hat ein Gedicht über „The white rose“ geschrieben und eines über die rote Rose mit dem Titel „Brennende Liebe“. In ihrem Gedichtzyklus „Wild Iris“ unterhalten sich Blumen, Gärtner und Gott; die lyrischen Gespräche eröffnen wundersam neue Perspektiven [30].
Das Genom der Rose [31]
Das Genom der Rose ist komplex aufgebaut und war schwierig zu sequenzieren. Vor einigen Jahren konnte nun das Genom der aus China stammenden Rose „Old Blush“ vollständig entschlüsselt werden [31]. Diese Rose besitzt sieben Chromosomenpaare und mehr als 36.000 Gene – und damit mehr als der Mensch mit seinen etwa 25.000 Genen.
Mit der Kenntnis des Genoms wurden dann kürzlich mehrere Gene identifiziert [32-38], die für Zeit und Häufigkeit der Blüte, Zahl und Farbe der Blütenblätter, Duft der Blüten sowie Anfälligkeit für Kälte und Schädlinge verantwortlich sind. Mit Hilfe dieser Informationen können in der Zukunft bestimmte Merkmale der Rose gezielt beeinflusst werden.
Literaturhinweise
- Richard Brinsley Sheridan, Frances Edward Stainforth. The Works of Richard Brinsley Sheridan. Legare Street Press 2022.
- https://www.youtube.com/watch?v=PgOE1XVxdJU
- https://www.youtube.com/watch?v=1GLthOJ9n1Y
- https://www.youtube.com/watch?v=Ifuwo9iNf7E
- https://www.youtube.com/watch?v=5P3cwbGjJUE
- https://www.youtube.com/shorts/tY3BvBkX2Ok
- https://www.youtube.com/watch?v=BvrnVFaIxZY
- Peter E. Kukielski, Charles Phillips. Rosen: Die Geschichte der Rose. Gerstenberg Verlag 2022.
- David Austin et al. Englische Rosen. Tradition und Schönheit. DuMont Verlag 1994.
- Angelika Throll. Rosen: Die besten Sorten europäischer Züchter. Über 650 Rosen im Porträt. Franckh Kosmos Verlag 2010.
- https://de.wikipedia.org/wiki/Rosen
- Silke Kluth. Rosen pflegen: Schritt für Schritt zum Rosenparadies. Gräfe Unzer Verlag 2016.
- Andreas Barlage. Das große Ulmer Rosenbuch: Verwendung, Pflege und Sorten für jede Gartensituation. Eugen Ulmer Verlag 2018.
- Sappho. The Complete Poems of Sappho. Shambhala Verlag 2009.
- Eleanour Sinclair Rohde. Rose recipes from olden times. Dover Verlag 1973.
- https://www.papillesetpupilles.fr/2018/01/tarte-bouquet-de-roses-alain-passard.html/
- Eva Hoffmeier. Die Königin der Blumen: Rosen in Bild und Gedicht. Reclam Verlag 2022.
- Johann Wolfgang von Goethe. Sämtliche Gedichte. Insel Verlag 2007.
- https://www.youtube.com/watch?v=af59U2BRRAU
- Heinrich Heine. Sämtliche Gedichte in einem Band. Insel Verlag 1992.
- Rainer Maria Rilke. Rosen - Les Roses: Gedichte französisch-deutsch. Ars Vivendi Verlag 2012.
- Rainer Maria Rilke. Die Gedichte: Rilkes lyrisches Werk in einem Band. Insel Verlag 2006.
- Ingeborg Bachmann. Sämtliche Gedichte. Piper Verlag 2003.
- Paul Celan. Die Niemandsrose / Sprachgitter: Gedichte. Fischer Verlag 2017.
- William Shakespeare. Die Blumen bei Shakespeare: Mit Bildern von Maria Sibylla Merian. Ars Vivendi Verlag 2013.
- William Blake. The Complete Poems. Penguin Verlag 1977.
- https://www.youtube.com/watch?v=RkIAQgy_F1E
- William Butler Yeats. Poems. Mint Editions Verlag 2021.
- Lisel Mueller. Alive Together: New and Selected Poems. LSU Press Verlag 1995.
- Louise Glück. Poems 1962-2012. FSG Verlag 2013.
- Raymond O. et al. The Rosa genome provides new insights into the domestication of modern roses. Nature Genetics 2018; 50: 772-777.
- Liu J. et al. Genome-wide analysis reveals widespread roles for RcREM genes in floral organ development in Rosa chinensis. Genomics 2021; 113: 3881-3894.
- Kawamura K. et al. The identification of the Rosa S-locus provides new insights into the breeding and wild origins of continuous-flowering roses, Horticulture Res 2022; 9: uhac155.
- Shi S. et al. Genetic and Biochemical Aspects of Floral Scents in Roses. Int J Mol Sci 2022; 23: 8014.
- Song X. et al. Genome-Wide Identification of Rose SWEET Gene Family in Cold Response between Two Rose Species. Plants 2023; 12: 1474.
- Jian H. et al. Identification and Validation of Reference Genes for qRT-PCR Analysis of Petal-Color-Related Genes in Rosa praelucens. Genes 2024: 15: 277.
- Wang D. et al. Molecular and genetic regulation of petal number variation. J Experimental Botany 2024: erae136.
- Zhang X. et al. Haplotype-resolved genome assembly of the diploid Rosa chinensis provides insight into the mechanisms underlying key ornamental traits. Mol Horticulture 2024; 4: 14.
Claus Niederau im Mai 2024
„Wenn du eine Rose schaust, sag ich laß sie grüßen“, so Heinrich Heine im Jahr 1830.
Hier ein Foto der Rose "Golden Gate" im Garten 2023.
Rosen
- Kommst Du in den Garten - R. B. Sheridan
- Ohn warum - Angelus Silesius
- When the rose is gone - M. J. Rumi
- Gather ye Rose-buds - Robert Herrick
- Erste Rosen - Rainer Maria Rilke
- Sommer - Rainer Maria Rilke
- An meine Rose - Nikolaus Lenau
- Wunsch - Joachim Ringelnatz
- Die Rosenbüsche - Hermann Löns
- My wild rose - Ellen P. Allerton
- Flower gathering - Robert Frost
- Rose - Antoine de Saint-Exupery
- Von heimlichen Rosen - Christian Morgenstern
- Schmetterling und Rose - Heinrich Heine
- Rote Rosen - Theodor Storm
- Weiße Rosen - Theodor Storm
- Rose In His Heart - William Butler Yeats
- A White Rose - John Boyle O'Reilly
- Rosenduft - Rainer Maria Rilke
- Rosenblüte - Rainer Maria Rilke
- Ich sehe dich, Rose - Rainer Maria Rilke
- O my love's like a red, red rose - Robert Burns
- The rose - Christina Rossetti
- Die Rosen im Süden - Christian F. Hebbel
- Wehmut - J. W. von Goethe
- Im Gegenwärtigen Vergangnes - J. W. von Goethe
- Rosen, ihr blendenden - J. W. von Goethe
- Rose, du thronende - Rainer Maria Rilke
- The secret rose - William Butler Yeats
- My Pretty Rose Tree - William Blake
- To - With A Rose - Sidney Lanier
- Seerosen - Jakob Christoph Heer
- Nénuphar - Rainer Maria Rilke
- Seerose - Rainer Maria Rilke
- Die Malve - Ludwig Uhland
- Common Things - Paul Laurence Dunbar
- A maiden - Sara Teasdale
- Liebsttumich - Paul von der Aelst
- Sah ein Knab ein Röslein stehn - J. W. von Goethe
- Sonnet LIV - William Shakespeare
- A rose by any other name - William Shakespeare
- Nobody knows this little rose - Emily Dickinson
- Das Rosenband - Friedrich Gottlieb Klopstock
- Die Rosenschale - Rainer Maria Rilke
- The days of wine and roses - Ernest Dowson
- The rose of the world - William Butler Yeats
- The rose of peace - William Butler Yeats
- O gather me the rose - William Ernest Henley
- The rose is out of town - Emily Dickinson
- Song of a Rose - Sappho
- Sommerbild - Christian Friedrich Hebbel
- The grave and the rose - Victor Marie Hugo
- The sick rose - William Blake
- Herbst - Joseph Freiherr von Eichendorff
- Die Antirose - Yvan Goll
- Rose oh reiner Widerspruch - Rainer Maria Rilke
- Rose is a rose is a rose - Gertrude Stein
- The rose is a rose - Robert Frost
- An eine Rose - Friedrich Hölderlin
- The days of wine and roses - Ernest Dowson
- Die letzte Rose - Thomas Moore
Kommst Du in den Garten?
Ich möchte Dich gerne meinen Rosen zeigen.
Richard Brinsley Sheridan, 1751-1816
Bild: Gelbe Kletterrosen im Juni 2020.
Die Ros ist ohn warum,
sie blühet, weil sie blühet,
Sie acht' nicht ihrer selbst,
fragt nicht ob man sie siehet.
Angelus Silesius, 1624-1677
Bild: Rosa Kletterrose "Eden" im Garten im Mai 2023
When the rose is gone and the garden faded
you will no longer hear the nightingale's song.
The Beloved is all; the lover just a veil.
The Beloved is living; the lover a dead thing.
Mewlana Jalaluddin Rumi, um 1250.
Übersetzt von Reynold A. Nicholson, 1925.
Bild: Rose "Leonardo da Vinci" im Juni 2021.
To the Virgins, to Make Much of Time
Gather ye Rose-buds while ye may,
Old Time is still a-flying:
And this same flower that smiles to day,
To morrow will be dying.
Robert Herrick, 1648. First verse of the poem.
Bild: Rosenknospen aus dem Garten, Mai 2019.
Erste Rosen
Erste Rosen erwachen,
und ihr Duften ist zag
wie ein leisleises Lachen;
flüchtig mit schwalbenflachen
Flügeln streift es den Tag;
und wohin du langst,
da ist alles noch Angst.
Jeder Schimmer ist scheu,
und kein Klang ist noch zahm,
und die Nacht ist zu neu,
und die Schönheit ist Scham.
Rainer Maria Rilke, 9.5.1898. Florenz San Miniato.
Bild: Rose "Moonlight" im Mai 2020 in Kevelaer
Sommer: für etliche Tage
Begleiter der Rosen zu sein;
was um erblühende Seelen
weht, das atmen wir ein.
Sehen in jeder, die stirbt,
eine Vertraute,
entschwundene Schwester, die wir
unter anderen Rosen überdauern.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Bild: Rose "Moonlight" im August 2021 in Kevelaer
An meine Rose
Frohlocke, schöne junge Rose,
Dein Bild wird nicht verschwinden,
Wenn auch die Glut, die dauerlose,
Verweht in Abendwinden.
So süßer Duft, so helle Flamme
Kann nicht für irdisch gelten;
Du prangst am stolzen Rosenstamme,
Verpflanzt aus andern Welten;
O weilten wir in jenen Lüften,
Wo keine Schranke wehrte,
Dass ich mit deinen Zauberdüften
Die Ewigkeiten nährte! –
Doch hat, du holde Wunderblume,
Mein Herz voll süßen Bebens
Dich mir gemalt zum Ruhme
Ins Tiefste meines Lebens.
Nikolaus Lenau, 1802-1850
Bild: Rose im Garten, Juni 2021.
Wunsch
Wir flechten uns Lauben aus Ranken und Rosen
Auf taufrischen Wiesen zum Küssen, zum Kosen.
Dort wollen wir wandeln, wir ganz allein.
Dort wollen wir König und Königin sein.
Joachim Ringelnatz, 1883-1934
Bild: Uetensener Kloster-Rose im Garten 2023.
Die Rosenbüsche
Die Rosenbüsche sind behangen
Mit wunderbarer Blütenbracht,
Das ist ein märchenhaftes Prangen,
Mein Herz, das singt und klingt und lacht.
Im weißen Kleid kommst du gegangen
In einer Flut von Sonnenschein,
Die Rosenbüsche schmachtend prangen,
Ich sehe nur noch dich allein.
Hermann Löns, 1866-1914
Bild: Knospen der Rose "Moonlight" in Kevelaer im Mai 2023.
The Wild-Rose
Peeping from out the hedges,
Bending above the brim
Of the stream that threads the meadows,
Fringing the forest dim.
Stealing into my garden
Waiting not my call;
Scaling the ancient gateway,
Creeping under the wall.
Climbing the mossed enclosure
Yonder, where willows wave,
Nestling against the tombstone,
Clustered on every grave.
Christened by name, yet blooming
Silently everywhere;
Asking for naught' yet giving,
Lavish as summer air,
I love thee, rose of the hedges,
Rose of the streamlet's rim;
Meek adorner of tombstones,
Prince of the forest dim.
Ellen P. Allerton, 1835-1893
Bild: Rambler-Rose "Bobby James" in Kevelaer im Juni 2020. Diese Rose ist vom Wachstum kaum zu bremsen. Sie blüht mit Tausenden von kleinen weißen Blüten, leider aber nur einmal im Juni.
Flower-Gathering
I left you in the morning,
And in the morning glow,
You walked a way beside me
To make me sad to go.
Do you know me in the gloaming,
Gaunt and dusty grey with roaming?
Are you dumb because you know me not,
Or dumb because you know?
All for me? And not a question
For the faded flowers gay
That could take me from beside you
For the ages of a day?
They are yours, and be the measure
Of their worth for you to treasure,
The measure of the little while
That I’ve been long away.
Robert Frost, 1874-1963
Bild: Rosen aus dem Garten in Kevelaer im Juni 2021
Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast,
sie macht deine Rose so wichtig.
Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944.
Der kleine Prinz
Bild: Rose Nostalgie im Garten, Juni 2023.
Von den heimlichen Rosen
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.
Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,
als wie ein Wind in einen Wald
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.
Christian Morgenstern, 1871-1914
Bild: Namenlose Rose im Garten 2019.
Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,
Umflattert sie tausendmal,
Ihn selber aber, goldig zart,
Umflattert der liebende Sonnenstrahl.
Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?
Das wüßt ich gar zu gern.
Ist es die singende Nachtigall?
Ist es der schweigende Abendstern?
Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;
Ich aber lieb euch all':
Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,
Abendstern und Nachtigall.
Heinrich Heine, 1797-1856
Bild: Im Garten im Mai 2020.
Rote Rosen
Wir haben nicht das Glück genossen
In indischer Gelassenheit;
In Qualen ist's emporgeschossen,
Wir wußten nichts von Seligkeit.
Verzehrend kam's in Sturm und Drange;
Ein Weh nur war es, keine Lust!
Es bleichte deine zarte Wange
Und brach den Atem meiner Brust.
Es schlang uns ein in wilde Fluten,
Es riß uns in den jähen Schlund;
Zerschmettert fast und im Verbluten
Lag endlich trunken Mund auf Mund.
Des Lebens Flamme war gesunken,
Des Lebens Feuerquell verrauscht,
Bis wir aufs neu den Götterfunken
Umfangend, selig eingetauscht.
Theodor Storm, 1817-1888
Hier zitiert Storm Goethe und Schiller.
Bild: Kletterrose Santana, Kevelaer im Juni 2023.
Weiße Rosen
So dunkel sind die Straßen,
So herbstlich geht der Wind;
Leb wohl, meine weiße Rose,
Mein Herz, mein Weib, mein Kind!
So schweigend steht der Garten,
Ich wandre weit hinaus;
Er wird dir nicht verraten,
Daß ich nimmer kehr nach Haus.
Der Weg ist gar so einsam,
Es reist ja niemand mit;
Die Wolken nur am Himmel
Halten gleichen Schritt.
Ich bin so müd zum Sterben;
Drum blieb' ich gern zu Haus
Und schliefe gern das Leben
Und Lust und Leiden aus.
Theodor Storm, 1817-1888
Auszug aus dem Gedicht, das Eichendorff zitiert.
Bild: Ramblerrose Bobby James im Garten. Kevelaer im Juni 2023.
The Lover Tells Of The Rose In His Heart
All things uncomely and broken, all things worn out and old,
The cry of a child by the roadway, the creak of a lumbering cart,
The heavy steps of the ploughman, splashing the wintry mould,
Are wronging your image that blossoms a rose in the deeps of my heart.
The wrong of unshapely things is a wrong too great to be told;
I hunger to build them anew and sit on a green knoll apart,
With the earth and the sky and the water, re-made, like a casket of gold
For my dreams of your image that blossoms a rose in the deeps of my heart.
William Butler Yeats, 1865-1939
Bild: Englische Rose aus dem Garten im Juni 2021.
A White Rose
The red rose whispers of passion,
And the white rose breathes of love;
O, the red rose is a falcon,
And the white rose is a dove.
But I send you a cream-white rosebud
With a flush on its petal tips;
For the love that is purest and sweetest
Has a kiss of desire on the lips
John Boyle O'Reilly, 1844-1890
Bild: Alte Rosen aus dem Garten im Juni 2021.
Übersetz mir den Rosenduft
in etwas, was uns noch mehr
gehört...: daß in der Luft
zwischen uns ein ihm Gleiches wär,
selig wie er!
Selig wie er? Ist er denn selig auch?
Ach, oft so schwer...
Dieser Sommerhauch,
wo kommt er her?
Kommt er wirklich vom Rosenbeet,
oder ist er Erinnerung?
Macht er alt oder jung,
wenn er vergeht?
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Bild: Rose "Golden Gate" im Juni 2021.
Ich sehe dich, Rose,
halbgeöffnetes Buch,
es enthält Seiten genug,
das Glück zu beschreiben.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Auszug aus dem Gedicht.
Bild: Rose "Golden Shower". Kevelaer im Mai 2023.
Die klare frische Rosenblüte streichelt
mein geschlossenes Auge leicht,
als legte sie noch tausend kühle Lider,
eines auf das andere, über
mein heißes Lid. Und tausend Schlummer
breitet sie dann über meine Täuschung hin,
darunter streif ich selbst umher
im Duft des Labyrinths.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Bild: Beet-Rose im Garten, Mai 2020.
O my love's like a red, red rose
That's newly sprung in June;
O my love's like the melody
That's sweetly played in tune.
As fair art thou, my bonnie lass,
As deep in love am I,
And I will love thee still my dear,
Till a' the seas gang dry.
Till a' the seas gang dry my dear,
And the rocks melt wi' the sun.
I will love thee still, my dear,
While the sands of life shall run.
And fare thee well, my only Love,
And fare thee well a while!
And I will come again, my Love,
Tho' it were ten thousand mile.
Robert Burns, 1759-1796
Eine wunderschöne gesungene Version des klassischen Gedichts findet man unter:
https://www.youtube.com/watch?v=BvrnVFaIxZY
Bild: Rose "Santana" im Garten, Juni 2019.
The Rose
The lily has a smooth stalk,
Will never hurt your hand;
But the rose upon her brier
Is lady of the land.
There's sweetness in an apple tree,
And profit in the corn;
But lady of all beauty
Is a rose upon a thorn.
When with moss and honey
She tips her bending brier,
And half unfolds her glowing heart,
She sets the world on fire.
Christina Rossetti, 1830-1894
Bild: Kletterrose "Santana" im Garten, Mai 2023.
Die Rosen im Süden
Aus den Knospen, die euch deckten,
Süße Rosen, mein Entzücken,
Lockte euch der heiße Süd;
Doch die Gluten, die euch weckten,
Drohen jetzt, euch zu ersticken,
Ach, ihr seid schon halb verglüht!
Und dem Freunde, dem erschreckten,
Deucht, er muß euch eilig pflücken,
Daß ihr nicht zu schnell verblüht!
Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863
Bild: Alte Kletterrose im Garten, Juni 2020.
Wehmut
Ihr verblühet, süße Rosen,
Meine Liebe trug euch nicht;
Blühtet, ach! dem Hoffnungslosen,
Dem der Gram die Seele bricht.
Jener Tage denk' ich trauernd,
Als ich, Engel, an dir hing,
Auf das erste Knöspchen lauernd,
Früh zu meinem Garten ging;
Alle Blüthen, alle Früchte
Noch zu deinen Füßen trug,
Und vor deinem Angesichte
Hoffnung in dem Herzen schlug.
Ihr verblühet, süße Rosen,
Meine Liebe trug euch nicht;
Blühtet, ach! dem Hoffnungslosen,
Dem der Gram die Seele bricht.
J. W. von Goethe, 1749-1832
Bild: Rose "Red Flame" im Garten, Juni 2022.
Im Gegenwärtigen Vergangnes
Ros’ und Lilie morgenthaulich
Blüht im Garten meiner Nähe,
Hinten an bebuscht und traulich
Steigt der Felsen in die Höhe.
J. W. von Goethe, 1814. Erste Strophe.
Bild: Rose "Bridge of sighs" im Garten, Juni 2023.
Rosen, ihr blendenden,
Balsam versendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweiglein beflügelte,
Knospen entsiegelte,
Eilet zu blühn.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832
Bild: Namenlose Rose im Garten im Juni 2018.
Rose, du throhnende, denen im Altertume
warst du ein Kelch mit einfachem Rand.
Uns aber bist du die volle zahllose Blume,
der unerschöpfliche Gegenstand.
In deinem Reichtum scheinst du wie Kleidung um Kleidung
um einen Leib aus nichts als Glanz;
Aber dein einzelnes Blatt ist zugleich die Vermeidung
und die Verleugnung jedes Gewands.
Seit Jahrhunderten ruft uns dein Duft
seine süßesten Namen herüber;
plötzlich liegt er wie Ruhm in der Luft.
Dennoch, wir wissen ihn nicht zu nennen, wir raten...
Und Erinnerung geht zu ihm über,
die wir von rufbaren Stunden erbaten.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Bild: Rose "Santana" im Garten, Mai 2017.
The Secret Rose
FAR-OFF, most secret, and inviolate Rose,
Enfold me in my hour of hours; where those
Who sought thee in the Holy Sepulchre,
Or in the wine-vat, dwell beyond the stir
And tumult of defeated dreams; and deep
Among pale eyelids, heavy with the sleep
Men have named beauty. Thy great leaves enfold
The ancient beards, the helms of ruby and gold
Of the crowned Magi; and the king whose eyes
Saw the pierced Hands and Rood of elder rise
In Druid vapour and make the torches dim;
Till vain frenzy awoke and he died; and him
Who met Fand walking among flaming dew
By a grey shore where the wind never blew,
And lost the world and Emer for a kiss;
And him who drove the gods out of their liss,
And till a hundred morns had flowered red
Feasted, and wept the barrows of his dead;
And the proud dreaming king who flung the crown
And sorrow away, and calling bard and clown
Dwelt among wine-stained wanderers in deep woods:
And him who sold tillage, and house, and goods,
And sought through lands and islands numberless years,
Until he found, with laughter and with tears,
A woman of so shining loveliness
That men threshed corn at midnight by a tress,
A little stolen tress. I, too, await
The hour of thy great wind of love and hate.
When shall the stars be blown about the sky,
Like the sparks blown out of a smithy, and die?
Surely thine hour has come, thy great wind blows,
Far-off, most secret, and inviolate Rose?
Wiiliam Butler Yeats, 1865-1993
Bild: Rose "Moonlight" im Garten, Juni 2021.
My Pretty Rose Tree
A flower was offered to me,
Such a flower as May never bore
But I said, 'I've a pretty rose tree,'
And I passed the sweet flower o'er.
Then I went to my pretty rose tree,
To tend her by day and by night;
But my rose turned away with jealousy,
And her thorns were my only delight.
William Blake, 1757-1827
Eine moderne Vertonung des Gedichts findet man unter:
https://www.youtube.com/watch?v=RkIAQgy_F1E
Bild: Rosenstamm im Garten, Mai 2021.
To ----, With A Rose
I asked my heart to say
Some word whose worth my love's devoir might pay
Upon my Lady's natal day.
Then said my heart to me:
`Learn from the rhyme that now shall come to thee
What fits thy Love most lovingly.'
This gift that learning shows;
For, as a rhyme unto its rhyme-twin goes,
I send a rose unto a Rose.
Sidney Clopton Lanier, 1842-1881
Bild: Rose "Bridge of Sighs" im Garten, Mai 2021.
Seerosen
Seerosen leuchten und flimmern,
Sie steigen über das Moor
In bleichen, zitternden Schimmern
Aus dunklen Wassern hervor.
Sie wachsen, steigen und tauchen
Aus unerforschlichen Grund,
Gestorbene Seelen hauchen
Aus ihrem blühenden Mund.
Du schwebst, oh heilige Rose,
Lichtdurstig auf schwankendem Ried,
Wie auf der Seele das lose,
Das sonnendurstige Lied.
Doch keine Lippe mag künden,
Wie tief verwurzelt Ihr seid
In schwarzen, nächtlichen Gründen,
In unergründlichem Leid!
Jakob Christoph Heer, 1859-1925
Bild: Seerosen im Gartenteich, Mai 2021.
Nénuphar
J’ai toute ma vie, mais qui la dirait mienne
me priverait, car elle est infinie.
Le frisson d’eau, la teinte aérienne
sont à moi; c’est encor cela, ma vie.
Aucun désir ne m’ouvre: je suis pleine,
jamais je ne me referme par refus, -
au rythme de mon âme quotidienne
je ne désire point -, je suis émue;
Par ce mouvement j’exerce mon empire
rendant réels les rêves du soir
car à mon corps du fond de l’eau j’attire
les au-delà des miroirs…
Seerose
Das Leben ist mir ganz eigen, doch wer es das meine nennte,
würde mich berauben, es ist von keiner Grenze ja umgeben.
Der Schauer des Wassers, die himmlischen Pigmente
gehören mir; auch dies ist es noch, mein Leben.
Kein Begehren öffnet mich: ich bin ohne Fehle,
ich schließe mich nicht ein, als wär ich prüde,
im Rhythmus des Tages meiner Seele
bin ich ganz ohne Gier – ich bin nur Gemüte.
In seinen Regungen durchwalte ich mein Reich,
mache wahr mein abendliches Träumen,
denn von Reflexen wird mein Körper weich,
die mir aus Wassers Spiegel schäumen …
Rainer Maria Rilke, Poèmes et Dédicaces (1920–1926)
Bild: Seerosen und Teichrosen bei Kasteel Weel an der Maas, Niederlande. Juli 2021.
Die Malve
Wieder hab ich dich gesehen,
Blasse Malve! blühst du schon?
Ja! mich traf ein schaurig Wehen,
All mein Frühling welkt davon.
Bist du doch des Herbstes Rose,
Der gesunknen Sonne Kind,
Bist die starre, düftelose,
Deren Blüten keine sind.
Gerne wollt' ich dich begrüßen,
Blühtest du nicht rosenfarb,
Lögst du nicht das Rot der Süßen,
Die noch eben glüht' und starb.
Heuchle nicht des Lenzes Dauer!
Du bedarfst des Scheines nicht;
Hast ja schöne, dunkle Trauer,
Hast ja weißes, sanftes Licht.
Ludwig Uhland, 1787-1862
Bild: Eine Malve im Garten, Mai 2021.
Common Things
I like to hear of wealth and gold,
And El Doradoes in their glory;
I like for silks and satins bold
To sweep and rustle through a story.
The nightingale is sweet of song;
The rare exotic smells divinely;
And knightly men who stride along,
The role heroic carry finely.
But then, upon the other hand,
Our minds have got a way of running
To things that aren't quite so grand,
Which, maybe, we are best in shunning.
For some of us still like to see
The poor man in his dwelling narrow,
The hollyhock, the bumblebee,
The meadow lark, and chirping sparrow.
We like the man who soars and sings
With high and lofty inspiration;
But he who sings of common things
Shall always share our admiration.
Paul Laurence Dunbar, 1872-1906
Bild: Stockrose von der Schlossgärtnei Moyland im Garten, Juli 2023.
A maiden
Oh if I were the velvet rose
Upon the red rose vine,
I'd climb to touch his window
And make his casement fine.
And if I were the little bird
That twitters on the tree,
All day I'd sing my love for him
Till he should harken me.
But since I am a maiden
I go with downcast eyes,
And he will never hear the songs
That he has turned to sighs.
And since I am a maiden
My love will never know
That I could kiss him with a mouth
More red than roses blow.
Sara Teasdale, 1884-1933
Bild: Kletterrose Santana im Garten, Juni 2023.
Bild: Buschröschen im Garten. Sommer 2022.
Liebstu mich, so lieb ich dich,
Röslein auf der Heyden.
Sie gleicht wohl einem Rosenstock.
Paul von der Aelst, 1602. Volkslied.
Heidenröslein
Sah ein Knab' ein Röslein steh'n,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell, es nah zu seh'n,
Sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.
Knabe sprach: Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Röslein sprach: Ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.
Und der wilde Knabe brach
's Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Mußt' es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832
Das Gedicht wurde 1829 von Heinrich Werner 1829 vertont und ist bis heute ein Ohrwurm: zwei schöne Vertonungen findet man unter:
https://www.youtube.com/watch?v=SwDeT1W3i1U
youtube.com/watch?v=5P3cwbGjJUE
auch Franz Schubert vertonte das Gedicht 1815.
https://www.youtube.com/watch?v=Vbw53GO2JGI
Bild: Heckenrose im Garten, Mai 2021.
Bild: Kletterrose "Santana" im Mai 2023.
Sonnet LIV
O! how much more doth beauty beauteous seem
By that sweet ornament which truth doth give.
The rose looks fair, but fairer we it deem
For that sweet odour, which doth in it live.
The canker blooms have full as deep a dye
As the perfumed tincture of the roses,
Hang on such thorns, and play as wantonly
When summer's breath their masked buds discloses:
But, for their virtue only is their show,
They live unwoo'd, and unrespected fade;
Die to themselves. Sweet roses do not so;
Of their sweet deaths are sweetest odours made:
And so of you, beauteous and lovely youth,
When that shall vade, my verse distills your truth.
William Shakespeare, 1564-1616
Sonett LIV
Oh, wie gefälliger wird alle Pracht
Durch holden Schmuck, den ihr die Wahrheit bringt!
Schön ist die Rose, aber schöner macht
Der süße Duft sie, der dem Kelch entspringt.
Die Heckenrose mag so voll erglühn
In dunklem Rot, als echte übergießt,
So lustig an dem Dornenstrauche blühn,
Wenn ihre Knospen Frühlingswind erschließt.
Doch Schein ist nur ihr prunkendes Gesicht,
Sie lebt verachtet, schwindet ungeehrt
In sich allein; die süße Rose nicht,
Da selbst ihr Tod noch süßen Duft gewährt.
So bleibt im Lied auch, lieber, holder Knabe,
Stets deine Treue, sinkt dein Reiz zu Grabe.
William Shakespeare,. Übersetzt von M. J. Wolff.
A rose by any other name would smell as sweet.
William Shakespeare, Romeo and Juliet
Bild: Rose "Stockholm"" im Garten, Juni 2022.
Nobody knows this little Rose --
It might a pilgrim be
Did I not take it from the ways
And lift it up to thee.
Only a Bee will miss it --
Only a Butterfly,
Hastening from far journey --
On its breast to lie --
Only a Bird will wonder --
Only a Breeze will sigh --
Ah Little Rose -- how easy
For such as thee to die!
Emily Dickinson, 1830-1886
Bild: Rose "Bobby James" im Garten, Mai 2021.
Bild: Rose "Stockholm". Garten im Sommer 2022. Diese Rose wurde 2008 vom dänischen Züchter Poulsen eingeführt. Wir haben sie 2021 in Lottum erworben.
Das Rosenband
Im Frühlingsschatten fand ich sie;
da band ich sie mit Rosenbändern:
sie fühlt′ es nicht und schlummerte.
Ich sah sie an; mein Leben hing
mit diesem Blick an ihrem Leben;
ich fühlt′ es wohl und wußt′ es nicht.
Doch lispelt′ ich ihr sprachlos zu
und rauschte mit den Rosenbändern:
da wachte sie vom Schlummer auf.
Sie sah mich an; ihr Leben hing
mit diesem Blick an meinem Leben,
und um uns ward′s Elysium.
Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724-1803
Die Rosenschale
Zornige sahst du flackern, sahst zwei Knaben
zu einem Etwas sich zusammenballen,
das dass war und sich auf der Erde wälzte
wie ein von Bienen überfallnes Tier;
Schauspieler, aufgetürmte Übertreiber,
rasende Pferde, die zusammenbrachen,
den Blick wegwerfend, bläkend das Gebiss
als schälte sich der Schädel aus dem Maule.
Nun aber weißt du, wie sich das vergisst:
denn vor dir steht die volle Rosenschale,
die unvergesslich ist und angefüllt
mit jenem Äußersten von Sein und Neigen,
Hinhalten, Niemals-Gebenkönnen, Dastehn,
das unser sein mag: Äußerstes auch uns.
Lautloses Leben, Aufgehn ohne Ende,
Raum-brauchen ohne Raum von jenem Raum
zu nehmen, den die Dinge rings verringern,
fast nicht Umrissen-sein wie Ausgespartes
und lauter Inneres, viel seltsam Zartes
und Sich-bescheinendes - bis an den Rand:
ist irgend etwas uns bekannt wie dies?
Und dann wie dies: dass ein Gefühl entsteht,
weil Blütenblätter Blütenblätter rühren?
Und dies: dass eins sich aufschlägt wie ein Lid,
und drunter liegen lauter Augenlider,
geschlossene, als ob sie, zehnfach schlafend,
zu dämpfen hätten eines Innern Sehkraft.
Und dies vor allem: dass durch diese Blätter
das Licht hindurch muss. Aus den tausend Himmeln
filtern sie langsam jenen Tropfen Dunkel,
in dessen Feuerschein das wirre Bündel
der Staubgefäße sich erregt und aufbäumt.
Und die Bewegung in den Rosen, sieh:
Gebärden von so kleinem Ausschlagswinkel,
dass sie unsichtbar blieben, liefen ihre
Strahlen nicht auseinander in das Weltall.
Sieh jene weiße, die sich selig aufschlug
und dasteht in den großen offnen Blättern
wie eine Venus aufrecht in der Muschel;
und die errötende, die wie verwirrt
nach einer kühlen sich hinüberwendet,
und wie die kühle fühllos sich zurückzieht,
und wie die kalte steht, in sich gehüllt,
unter den offenen, die alles abtun.
Und was sie abtun, wie das leicht und schwer,
wie es ein Mantel, eine Last, ein Flügel
und eine Maske sein kann, je nach dem,
und wie sie's abtun: wie vor dem Geliebten.
Was können sie nicht sein: war jene gelbe,
die hohl und offen daliegt, nicht die Schale
von einer Frucht, darin dasselbe Gelb,
gesammelter, orangeröter, Saft war?
Und wars für diese schon zu viel, das Aufgehn,
weil an der Luft ihr namenloses Rosa
den bittern Nachgeschmack des Lila annahm?
Und die batistene, ist sie kein Kleid,
in dem noch zart und atemwarm das Hemd steckt,
mit dem zugleich es abgeworfen wurde
im Morgenschatten an dem alten Waldbad?
und diese hier, opalnes Porzellan,
zerbrechlich, eine flache Chinatasse
und angefüllt mit kleinen hellen Faltern, -
und jene da, die nichts enthält als sich.
Und sind nicht alle so, nur sich enthaltend,
wenn Sich-enthalten heißt: die Welt da draußen
und Wind und Regen und Geduld des Frühlings
und Schuld und Unruh und vermummtes Schicksal
und Dunkelheit der abendlichen Erde
bis auf der Wolken Wandel, Flucht und Anflug,
bis auf den vagen Einfluss ferner Sterne
in eine Hand voll Innres zu verwandeln.
Nun liegt es sorglos in den offnen Rosen.
Rainer Maria Rilke, um Neujahr 1907, Capri
Bild: Rose "Golden Shower" im Mai 2021
The days of wine and roses
They are not long, the weeping and the laughter,
Love and desire and hate:
I think they have no portion in us after
We pass the gate.
They are not long, the days of wine and roses:
Out of a misty dream
Our path emerges for a while, then closes
Within a dream.
Ernest Dowson, 1867-1900
Das Gedicht wurde noch berühmter durch seine Vertonung als Titelsong für einen Kinofilm
von Blake Edwards 1962, zunächst gesungen von Henry Mancini, später dann von Perry Como, Andy Williams, Ella Fitzgerald, Frank Sinatra u.a. Die Melodie wurde zudem bald zu einem Jazzstandard mit bekannten Interpretationen von Oscar Petersen, Joe Pass, Wes Montgomery, Bill Frisell, Dexter Gordon, Laurindo Almeida und Keith Jarrett. Hierzu zwei Links:
https://www.youtube.com/watch?v=AgVUGzrzJ20
youtube.com/watch?v=_xuowwzjmTI
Bild: Rose "Nostalgie" im Mai 2023
The Rose of the World
WHO dreamed that beauty passes like a dream?
For these red lips, with all their mournful pride,
Mournful that no new wonder may betide,
Troy passed away in one high funeral gleam,
And Usna's children died.
We and the labouring world are passing by:
Amid men's souls, that waver and give place
Like the pale waters in their wintry race,
Under the passing stars, foam of the sky,
Lives on this lonely face.
Bow down, archangels, in your dim abode:
Before you were, or any hearts to beat,
Weary and kind one lingered by His seat;
He made the world to be a grassy road
Before her wandering feet.
William Butler Yeats, 1865-1939
Bild: Rose "Santana" im Garten, Mai 2021.
The rose of peace
If Michael, leader of God's host
When Heaven and Hell are met,
Looked down on you from Heaven's door-post
He would his deeds forget.
Brooding no more upon God's wars
In his divine homestead,
He would go weave out of the stars
A chaplet for your head.
And all folk seeing him bow down,
And white stars tell your praise,
Would come at last to God's great town,
Led on by gentle ways;
And God would bid His warfare cease,
Saying all things were well;
And softly make a rosy peace,
A peace of Heaven with Hell.
William Butler Yeats, 1865-1939
Bild: Rose "Maritim" im Garten, Juni 2023.
O, Gather Me the Rose
O, gather me the rose, the rose,
While yet in flower we find it,
For summer smiles, but summer goes,
And winter waits behind it!
For with the dream foregone, foregone,
The deed forborne for ever,
The worm, regret, will canker on,
And time will turn him never.
So well it were to love, my love,
And cheat of any laughter
The death beneath us and above,
The dark before and after.
The myrtle and the rose, the rose,
The sunshine and the swallow,
The dream that comes, the wish that goes,
The memories that follow!
William Ernest Henley, 1849-1903
Bild: Rosenstrauß aus dem Garten, Juni 2020.
The morns are meeker than they were,
The nuts are getting brown;
The berry's cheek is plumper,
The rose is out of town.
Emily Dickinson, 1830-1886
Auszug aus dem Gedicht.
Bild: "England's Rose" im Garten, Mai 2023.
Song of the Rose
For Zeus chose us a King of the flowers in his mirth,
He would call to the rose, and would royally crown it;
For the rose, ho, the rose! is the grace of the earth,
Is the light of the plants that are growing upon it!
For the rose, ho, the rose! is the eye of the flowers,
Is the blush of the meadows that feel themselves fair,
Is the lightning of beauty that strikes through the bowers
On pale lovers that sit in the glow unaware.
Ho, the rose breathes of love! ho, the rose lifts the cup
To the red lips of Cypris invoked for a guest!
Ho, the rose having curled its sweet leaves for the world
Takes delight in the motion its petals keep up,
As they laugh to the wind as it laughs from the west.
Sappho 630 bis 570 vor Christus, übersetzt von Elizabeth Barrett Browning 1893.
Bild: Rose "Santana" im Garten, Juli 2021.
The Grave and The Rose
The Grave said to the Rose,
"What of the dews of dawn,
Love's flower, what end is theirs?"
"And what of spirits flown,
The souls whereon doth close
The tomb's mouth unawares?"
The Rose said to the Grave.
The Rose said, "In the shade
From the dawn's tears is made
A perfume faint and strange,
Amber and honey sweet."
"And all the spirits fleet
Do suffer a sky-change,
More strangely than the dew,
To God's own angels new,"
The Grave said to the Rose.
Victor Hugo, 1802-1885
Bild: Rose "Gloria dei" im Garten 2023.
The sick rose
O Rose, thou art sick!
The invisible worm
That flies in the night,
In the howling storm,
Has found out thy bed
Of crimson joy:
And his dark secret love
Does thy life destroy.
William Blake, 1757-1827
Bild: Namenlose Rose im Garten 2023.
Rose "Maritim" im November-Garten
Herbst
Nun laß den Sommer gehen,
Laß Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein.
Joseph Freiherr von Eichendorff, 1788-1857
Auszug aus dem Gedicht
Die Antirose
Rose, so stolz auf deine Hypnose,
Unschlafmittel der Liebenden,
Dein Duft zwingt die Nachtigall
Die Zukunft zu singen und die Verlassenen
Bei jeder Begegnung mit dir
Zurückzuschaun in die Vergangenheit.
Raubtier mit den scharfen Krallen.
Der Dichter schiebt den Selbstmord auf.
Wenn dein Geruch ihn zur Nacht überfällt.
Hinter den Falten deiner strengen Maske
Entdeckt er das große Geheimnis:
Den Unsinn seines Lebens.
Dein rotes Blut wird zur Ampel
An den Straßenecken der Zweifels,
Wo du den nächtlichen Verkehr
Zu eiliger Liebender aufhältst.
Rätsel du, aus Verzicht,
Aus Stolz und kühler Wollust.
O Rose mit dem vielfachen Antlitz.
Überwinderin des Todes,
Die allein unter allem Lebendigen
Dem Zerfall der Zellen trotzt!
Unsterbliche, mit tönendem Atem
Überdauerst du die Vergänglichkeit..
Rose, wie oft aus einer Welle aus Duft
Rührte zur Nacht ein Gott mich an!
Wie jetzt in der letzten Rose des Geliebten,
Der Antirose.
Die die tausend Lieder deiner Schwestern,
Die tausend Tiefen ihrer Wurzeln birgt.
Yvan Goll, 1891-1950
Bild: Rose "Augusta Luise" im Garten, Juli 2022.
Rose, oh reiner Widerspruch,
Lust,
Niemandes Schlaf zu sein
unter soviel
Lidern.
Rainer Maria Rilke, Grabspruch 1926.
Bild: Rose "Bridge of Sighs" im Garten, Mai 2021.
Rose is a rose is a rose.
Rose is a rose is a rose is a rose.
Loveliness extreme.
Extra gaiters.
Loveliness extreme.
Sweetest ice-cream.
Gertrude Stein, excerpt from her poem Sacred Emily, written in 1913 and published in 1922.
The first line of has been later adapted by Robert Frost in his famous poem “The rose family”. Many poets before and after Stein and Frost have used this metaphor calling anything – from an apple to a pear – a rose. Already Shakespeare wrote in Romeo and Juliet “A rose by any other name would smell as sweet”. One contemporary variation is the beautiful poem “A Rose Is A Rose” by Linda Ori. It is not in the public domain but easy to find in the web.
Picture taken in our garden in August 2020 after a rain shower. The image shows the rosebud of the rose “Hansestadt Rostock” which has been named the rose of the year 2020 by the Deutsche Rosengesellschaft e.V.
The rose family
The rose is a rose,
And was always a rose.
But the theory now goes
That the apple's a rose,
And the pear is, and so's
The plum, I suppose.
The dear only knows
What will next prove a rose.
You, of course, are a rose -
But were always a rose.
Robert Frost, 1874-1963
Bild: Rose "Maritim" im Garten, Juli 2021.
An eine Rose
Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur,
Dich und mich die stille, große,
Allbelebende Natur;
Röschen! unser Schmuck veraltet,
Stürm entblättern dich und mich,
Doch der ewge Keim entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.
Friedrich Hölderlin, 1770-1843
Bild: Rose “Augusta Luise” im Garten. Mai 2023.
The days of wine and roses
Vitae summa brevis spem nos vetat incohare longam
They are not long, the weeping and the laughter,
Love and desire and hate:
I think they have no portion in us after
We pass the gate.
They are not long, the days of wine and roses:
Out of a misty dream
Our path emerges for a while, then closes
Within a dream.
Ernest Dowson, 1867-1900; Titel von Horaz, 31 v. Chr.
Das Gedicht von Ernest Dowson ist erst mit seinen Vertonungen berühmt geworden. The Days of Wine and Roses ist ein Song von Henry Mancini aus dem Jahr 1962 mit einem Text von Johnny Mercer geschrieben als Titel für den gleichnamigen Film von Blake Edwards (1963 Oscar in der Kategorie Bester Song). Noch populärer wurde der Song durch die Versionen von Andy Williams, Perry Como, Ella Fitzgerald und Frank Sinatra. Mancinis Komposition wurde bald auch bei Jazzmusikern und Gitarristen beliebt; so spielten Barney Kessel, Laurindo Almeida, Joe Pass und Wes Montgomery Versionen ein. Instrumentale Interpretationen u.a. durch Bill Evans, Oscar Peterson und Bill Frisell trugen dazu bei, dass das Stück zum Jazzstandard wurde. Keith Jarrett nahm es 1995 bei seinen Live-Auftritten im Blue Note N.Y. im gleichnamigen Album auf.
https://de.wikipedia.org/wiki/Days_of_Wine_and_Roses
Bild: Rose “Maritim” im Garten. Mai 2022.
Die letzte Rose
Es ist die letzte Rose des Sommers,
alleingelassen mit ihrer Blüte;
All ihre reizenden Gefährten
sind verwelkt und vergangen.
Thomas Moore, 1779-1852
Übersetzter Auszug aus dem Gedicht.
Rosen aus dem heimischen Garten zwischen 2004 und 2024.